Idyllischer kann man sonnige Nachmittage kaum verbringen als auf der blütengesäumten Terrasse vor dem 350 Jahre alten Häuschen irgendwo an einer der engen Bergstraßen des Sausal (Tipp: Misstrauen Sie bei der Anreise Ihrem Navi ...). Ein Wirtspaar mit klangvollem Namen – Gingi Peez-Petz und Franz von Peez – empfängt in diesem paradiesisch entschleunigten Ambiente Gäste, maximal zwanzig dürfen es pro Abend sein, und kocht mit den kräftigen Aromen der Region, unprätentiös, aber mit Raffinement, wobei die slowenischen Wurzeln der Wirtin immer wieder durchblitzen. In unserem Fall kombinierte sie intensiv duftende Eierschwammerln, hausgemachte Nudeln und eine mit Spinat und Käse gefüllte Teigtasche. Zart gebratene Crevetten ergaben mit Selleriepüree und Meerfenchel eine saloppe sommerliche Kreation. Bereits ein Klassiker ist das rosig gebratene, herzhaft mit Thunfisch und Kapern marinierte Vitello tonnato – genau wie die istrischen Sommertrüffeln, mit denen Köchin Gingi von Juli bis September gern Pasta, Eierspeisen und Fleisch großzügig veredelt. Die gab es bei unserem Besuch noch nicht, dafür ein saftig-steirisches Rindsfilet mit golden leuchtendem Maissterz.
Zur Hube Mag. Gingi Peez-Petz, Franz von Peez
Das 350 Jahre alte Weinstöckl, der harmonische Zubau, der pflanzenübersäte Innenhof und Gastgarten auf aussichtsreicher Anhöhe stellen in dieser Kombination eine schier unschlagbare Idylle dar. Dass hier eine Malerin – Gingi Peez – lebt, ist nachvollziehbar. Dass sie aber auch herausragend kochen kann, ist ein großes Glück. Sie besitzt das Gespür für eine sensible Liaison zwischen der steirischen und slowenischen Küche. Das saisonale Menü wird von Ehemann Franz mündlich und ohne Preisangabe vorgetragen, die Zahl der Gänge – einer kostet durchschnittlich elf Euro – bleibt dem Gast überlassen. Köstlich schmeckte der Mozzarella mit Tomaten und Dressing vom griechischen Joghurt, elegant das Vitello tonnato. Die hausgemachten Bandnudeln waren mit einer herrlichen Rahmsauce untermalt und mit reichlich istrischen Trüffeln überhobelt. Kreativ flankierte Meeresfenchel-Püree die bissfesten Crevetten. Die Tagliata vom geduldig bei 80° geschmorten Rinderfilet geriet zart und saftig und war mit zitronenmariniertem Rucola garniert. Verführerisch schließlich das Erdbeer-Granité auf Zitronensorbet. Souverän der Service, treffsicher die Weinbegleitung.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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