Detailansicht 2012

2011
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Idyllischer kann man sonnige Nachmittage kaum verbringen als auf der blütengesäumten Terrasse vor dem 350 Jahre alten Häuschen irgendwo an einer der engen Bergstraßen des Sausal (Tipp: Misstrauen Sie bei der Anreise Ihrem Navi ...). Ein Wirtspaar mit klangvollem Namen – Gingi Peez-Petz und Franz von Peez – empfängt in diesem paradiesisch entschleunigten Ambiente Gäste, maximal zwanzig dürfen es pro Abend sein, und kocht mit den kräftigen Aromen der Region, unprätentiös, aber mit Raffinement, wobei die slowenischen Wurzeln der Wirtin immer wieder durchblitzen. In unserem Fall kombinierte sie intensiv duftende Eierschwammerln, hausgemachte Nudeln und eine mit Spinat und Käse gefüllte Teigtasche. Zart gebratene Crevetten ergaben mit Selleriepüree und Meerfenchel eine saloppe sommerliche Kreation. Bereits ein Klassiker ist das rosig gebratene, herzhaft mit Thunfisch und Kapern marinierte Vitello tonnato – genau wie die istrischen Sommertrüffeln, mit denen Köchin Gingi von Juli bis September gern Pasta, Eierspeisen und Fleisch großzügig veredelt. Die gab es bei unserem Besuch noch nicht, dafür ein saftig-steirisches Rindsfilet mit golden leuchtendem Maissterz.

2010
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Kleiner Tipp für Erstbesucher, die nicht in der Südsteiermark zu Hause sind: Geben Sie Ihrer Wegbeschreibung auf google.map oder Ihrem Navi noch ein viertel bis halbes Stündchen dazu, wenn Sie zur Hube nach Gleinstetten reisen. Doch die Anreise lohnt sich. Wie so oft, wenn Restaurants von talentierten Laien und nicht von gastronomischen Architekturverwaltern gestaltet, eingerichtet und dekoriert werden, entfaltet auch dieses seinen ganz besonderen Reiz. Die beiden Wirtsleute – er im Service, sie in der Küche – sind zum Umarmen zuvorkommend, locker und freundlich. Die Qualität auf dem Teller seit Jahren gleichbleibend gut. Folglich sind die Reservierungslisten lang, länger sogar als so manches Menü, das hier schon serviert wurde – weil die Gäste und die Küche kein Ende finden konnten. Das Vitello tonnato ist so zart und gut wie selten eines. Ein Lamm, lange mit niederer Temperatur gebraten, entfaltet plötzlich ungeahnte Aromen. Geschmack vor Show. Immer wieder tauchen mitten im Südsteirischen die Aromen des Südens auf: bestes Olivenöl, etwas Zitronenzeste, Chili auch, was Magen und Seele halt so wärmt. Manchmal gibt es Fisch, gebeizten Polarsaibling, Lachsforelle als Carpaccio oder eben je nach Fang Orata oder Branzino. Wir hatten bei einem Besuch im Frühsommer Erstere, in der Salzkruste, und es schmeckte, als läge das Meer mal eben hinter dem Hügel. Und wussten Sie, dass man Topfenstrudel auch ganz ohne Zucker genießen kann? Dafür mit (frisch importierten) istrischen Trüffeln und einer Spur von Estragon (ein Rezept aus Istrien)? Wenn Sie in der Hube Gast waren, wissen Sie’s. Überhaupt die Trüffel: Sie wird in der Zeit zwischen Sommer und Herbst großzügig über alles gehobelt, was mit Teigwaren (ebenfalls nach istrischen Rezepten) oder Ei zu tun hat. Apropos Ei: Eierschwammerln hatten wir auch, von bemerkenswerter Güte, als Hauptdarsteller eines von vielen raffinierten, aber niemals exaltierten Zwischengerichten mit Salat und Frischkäse. Die Käse kommen übrigens von hüben und drüben, geben ein apartes Käsetellerchen, dann ein kleines Schokodessert noch und schließlich: eine Hängematte bitte und dösen, dösen, dösen (Letztere allerdings muss man sich selbst mitbringen).

2009
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Das Kellerstöckl im Sausal ist bezaubernd eingerichtet - mit einer Mischung aus skandinavischen Designerstücken, antiken Bauernmöbeln, vielen Büchern und zeitgenössischer Kunst an den Wänden. Dazu der verwunschen wirkende Gastgarten, die Gastfreundschaft des Patrons und vor allem die Kochkunst von Gingi Petz-Peez - schon hat man das Rezept für ein kulinarisches Hideaway der Extraklasse beisammen. Weil das Häuschen so klein ist, gibt es ohne Vorreservierung kaum Chancen auf einen Tisch. Die Hausfrau stammt aus Slowenien, ihre Speisen entwickeln sich aus dem Spannungsfeld zwischen Meer und Bergen, Wasser und Karst. Wie im Süden gibt es nur ein Menü. Davon wird Gang um Gang aufgetragen bis man irgendwann "Stopp" sagt. Die ersten Steinpilze der Saison etwa, roh, hauchdünn geschnitten und mit allerbestem Öl auf das Zarteste mariniert. Oder rosa gebratenes Vitello tonnato mit berückend abgeschmeckter Sauce. Oder Safranrisotto von souveränem Biss mit dreierlei Spargel (weiß, grün und zart paniert!). Seit vielen Jahren hält Petz-Peez mit großartig einfachem Essen wie diesem zwei Hauben - wir konnten auch diesmal keinen Grund entdecken, daran etwas zu ändern. Die Weine, fast alle aus der Gegend, halten dazu prächtig mit.

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Zur Hube Mag. Gingi Peez-Petz, Franz von Peez

Das 350 Jahre alte Weinstöckl, der harmonische Zubau, der pflanzenübersäte Innenhof und Gastgarten auf aussichtsreicher Anhöhe stellen in dieser Kombination eine schier unschlagbare Idylle dar. Dass hier eine Malerin – Gingi Peez – lebt, ist nachvollziehbar. Dass sie aber auch herausragend kochen kann, ist ein großes Glück. Sie besitzt das Gespür für eine sensible Liaison zwischen der steirischen und slowenischen Küche. Das saisonale Menü wird von Ehemann Franz mündlich und ohne Preisangabe vorgetragen, die Zahl der Gänge – einer kostet durchschnittlich elf Euro – bleibt dem Gast überlassen. Köstlich schmeckte der Mozzarella mit Tomaten und Dressing vom griechischen Joghurt, elegant das Vitello tonnato. Die hausgemachten Bandnudeln waren mit einer herrlichen Rahmsauce untermalt und mit reichlich istrischen Trüffeln überhobelt. Kreativ flankierte Meeresfenchel-Püree die bissfesten Crevetten. Die Tagliata vom geduldig bei 80° geschmorten Rinderfilet geriet zart und saftig und war mit zitronenmariniertem Rucola garniert. Verführerisch schließlich das Erdbeer-Granité auf Zitronensorbet. Souverän der Service, treffsicher die Weinbegleitung.

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