Vielleicht lag es am Umbaustress, dass der Kopf für eine passable Küchenleistung nicht frei war. Was in vergangenen Jahren einfach, aber gut auf den Tisch kam, enttäuschte dieses Mal völlig. Die Cannelloni mit Ahrntaler Graukäse und geschmolzenen Tomaten schmeckten streng, was aufgrund des eigenwilligen Südtiroler Käses noch verständlich wäre, leider aber auch fade. Die Panier des Wiener Schnitzels schien alt, die Pommes frites waren ohne Zweifel Industrieware. Die Lammkoteletts mit Gröstl vom Gemüse stellten uns ebenfalls nicht zufrieden. Bleibt zu hoffen, dass nach dem Umbau (es heißt, das Haus bekäme das erste Südtiroler Dachterrassen-Schwimmbad) die Küche wieder zur gewohnten, verlässlichen Qualität zurückfindet.
Drumlerhof Familie Innerhofer-Fauster
Der Drumlerhof mitten im Dorfzentrum von Sand in Taufers hat sich gefangen und scheint kulinarisch wieder im Aufwärtstrend. Eine Haube ist zwar noch in weiter Ferne, aber das Gebotene war mehr als ordentlich und qualitativ ansprechend. Die kleine, übersichtliche Karte zeugt auch vom Willen der Gastgeber, Regionales so oft wie möglich in den Speiseplan aufzunehmen. Das Carpaccio vom heimischen Biorind mit frischen Kräutern und Parmesanspänen war ein gelungener geschmacklicher Einstieg, der durch die Speckknödel in der Rinderkraftbrühe seine Bestätigung fand. Haubenverdächtig die Kartoffelhalbmonde mit würzig-kräftigem Ahrntaler Graukäse und Speck-Salbei-Butter: ein typisches Südtiroler, ja Ahrntaler Gericht, ist der Graukäse doch eine lokale Spezialität. Ansprechende Weinkarte.
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