Das Stomach präsentiert sich mehr als Nachbarschaftsgasthaus denn als Feinschmeckerrestaurant, was sich am lockeren Service genauso zeigt wie an der einfach gehaltenen Tischkultur. Dafür wird allerdings auch kein Gedeck verrechnet. Dennoch ist das, was hier auf den Teller kommt, sehr oft bemerkenswert und mit großer Sorgfalt zubereitet. An einem heißen Sommerabend starteten wir mit einer gelben Gazpacho, die nicht nur erfrischte, sondern auch den Geschmack vollreifer Tomaten in sich barg. Ebenfalls frisch und gut, aber etwas banaler in der Ausführung der Ziegenfrischkäse mit Paradeis-Apfel-Chutney. Aber auch Klassiker wie etwa ein lauwarmes Roastbeef mit Salat geraten im Stomach hervorragend. Als Abschluss gönnten wir uns eine zarte Mohncreme mit Erdbeeren, die einfach perfekt war. Ohne viel Firlefanz werden hier aus guten Zutaten wohlschmeckende Gerichte zubereitet, für deren Qualität das Publikum (viele Stammgäste, hauptsächlich aus der Umgebung) dankbar ist.
Stomach Riebenbauer
Früher war es hier einfach weit romantischer: Das begann im Garten, der durch die Sanierung des gesamten Gebäudeblocks leider zum Innenhof-Schanigarten mutierte, und setzt sich im Innenraum fort, der mehr wie ein Bierlokal denn wie einst ein Künstlerbeisl wirkt. In der Küche ist die Distanz zu den guten, alten Zeiten des Stomach nicht ganz so stark, aber doch bemerkbar: Von der wilden, steirischen Linie ist ein wirklich guter, saftiger Tafelspitz-Salat mit Bohnen, Paprika und Kernöl geblieben. Tadellos. Die Gazpacho danach zierte vor ein paar Jahren alle Sommer-Speisekarten, hier serviert man sie sympathischerweise immer noch, auch wenn ihr die Spur zu viel Gewürze verpasst wurde. Bei den Hauptgerichten wirkten die Filets von der Rotbarbe auf den ersten Bissen gut, der Fisch treffsicher gegart und geschmacklich frisch. Der Vogerlsalat daneben entpuppte sich dann aber als mittlere Katastrophe: Er hatte nicht nur Pinienkerne abbekommen, sondern auch eine süße, weißliche Marinade, mit der man sicher gut tapezieren könnte. Die arme Rotbarbe! Der karamellisierte Ziegenkäse danach mit den eingelegten Apfelspalten entschädigte.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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