In kunterbunter Ambiance, zwischen Kaffernbüffel-Trophäe, antiker Hobelbank und fernöstlicher Tempelpforte, begegneten wir einer anmutigen kulinarischen Abhandlung des Themas „Frühling in Kärnten". Dass nach einem pikanten Sülzchen als anregenden Gruß der Küche den Auftakt dazu eine Bärlauchschaumsuppe machte, die um diese Jahreszeit in der Gastronomie wuchert wie der zugehörige Rohstoff in der Natur, störte uns angesichts der fein abgestimmten Kombination mit nussigen Flusskrebsschwänzen in keiner Weise. Dezente Zwischentöne und subtile Aromen zeichneten auch das gebackene Kitz mit aparter Ziegenkäsefüllung sowie angenehm säuerlichem Erdäpfelsalat ebenso aus wie das zartrosa Lamm mit feinherber, cremiger Polenta und al dente gegartem Gemüse. Den stilechten Schlusspunkt setzten die erfrischenden, kreativen Rhabarbervariationen, die in ihrer Leichtigkeit die Illusion vermittelten, keine Kaloriensünde begangen zu haben. Ungezwungen freundliche Betreuung, sortenreiches Frischgebäck zum Couvert und eine angemessene Weinauswahl – in unserem Fall ein leichter Grauburgunder von Neumeister (Straden) – sorgten für stimmige Rahmenbedingungen.
Sagmeisterei Robert Sagmeister
Das kulinarische Angebot der Sagmeisterei ist zweigeteilt. Zum einen gibt es eine italienische Abteilung mit Pasta und Pizza, auch zum Mitnehmen. Zum anderen kann der Gast im gemütlichen Gewölbe des Gourmetrestaurants Platz nehmen. Den Spagat zwischen zwei Küchenstilen schafft die Küche gut, und so war das Tintenfischcarpaccio zart und raffiniert mit einer Zitronenmarinade gewürzt. Lediglich der Vogerlsalat wirkte schlampig gemacht. Auch das Beef Tatar war fein und würzig, wenngleich etwas zu süßlich abgeschmeckt. Die Lammkrone mit Ratatouille und Rosmarinkartoffeln war in der Zusammenstellung des Gerichtes zwar nicht allzu spektakulär, dafür aber schön rosa gebraten und überaus saftig. Der süße Abschluss in Form einer Crème brûlée vom Lavendel ließ uns aufgrund der sehr dezenten Duftnote und cremigen Konsistenz die mächtige Kalorienzufuhr schnell vergessen. Die Weinauswahl ist dank angeschlossener Vinothek beachtlich, nur sollte der Gast anstatt des längst ausgedienten Glaskännchens die Flasche zu Gesicht bekommen.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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