Begonnen hat es mit der Leidenschaft der Seniorchefin Helga Lucian für ausgefallene Kräuter, die sie in einem eigenen Gewächshaus zieht. Dass Küchenchef Thorsten Probost die Fähigkeit besitzt, mit und aus diesen einmalige Gerichte zu kreieren, macht die kulinarische Partnerschaft perfekt, und im „Burg Vital Hotel“ wurde also eine Kräuterküche etabliert, die ihresgleichen sucht. Ein Besuch in der Griggeler Stuba, dem kleinen, im alpenländischen Stil gehaltenen Restaurant des Hauses, läuft nach fixen Regeln ab. Zunächst erhält man eine Karte, die jedoch nicht einzelne Gerichte, sondern nur die Produkte und deren (regionale) Herkunft auflistet. Danach kommt der Chef himself, erkundigt sich nach Vorlieben und/oder Abneigungen sowie nach der gewünschten Anzahl an Gängen (mindestens fünf). Alles Weitere obliegt der Küche, und das ist eigentlich gut so, würde man doch so manche Speise, über die man sich dann besonders freut – wie etwa das „überirdische“ gebackene Bries mit Linsen – vielleicht gar nicht bestellen. In diesem Zusammenhang auch unsere – einzige – Kritik: So positiv das Eingehen auf individuelle Wünsche eines einzelnen Gastes auch ist, so wenig verständlich erschien uns, dass sich diesen dann der ganze Tisch fügen musste. Wie auch immer: Sowohl bei 3x Erbsen als auch bei Saibling, Topinambur, Radicchio und Meerfenchel begeisterte die unglaublich milde Subtilität und gleichzeitig ausdrucksstarke Zubereitung – eine Gaumenorgie! Das jeden Gang dominierende Kräutlein wird, sofern es die Größe des Gewächses erlaubt, übrigens immer zum Nachschauen und -kosten im Topf am Tisch platziert. Dann 3x Flusskrebse mit Kohlrabi und indischem Porridge: Wer je diese zarten Tierchen genossen hat, gerät in Gefahr, fürderhin deren Verwandte aus dem Meer nicht mehr kosten zu wollen. Das Gustostück vom Jung-Ochsen mit angelassenen Endiviensalatherzen, geschmorten roten Zwiebeln und schwarzen Trüffeln, am Holzkohlengrill zubereitet, zeigte Probosts Liebe zum Detail und den gekonnten Umgang mit Fleisch. Seine Philosophie, Salz nicht oder fast nicht zu verwenden, ist intellektuell nachvollziehbar, und wir haben uns darauf eingelassen. Unser Gaumen war (zumindest bei Fisch und Fleisch) aber nicht ganz einverstanden damit. Zum Glück gab es am Tisch eine kleine Salzvariation, und der Küchenchef hat das eine oder andere Nachsalzen nicht gesehen. Vollends begeisterte uns dann noch das in drei Gängen servierte Dessert, zunächst Rhabarber in unterschiedlichsten Konsistenzen mit Buttermilch-Espuma, danach Feines von der Schokolade (mit Ananas-Salbei) und schließlich eine grenzgeniale Schokolade-Mandarinen-Kombination. Für einen Genussabend neben der hervorragenden Küchenleistung nicht ganz unwesentlich, der Weinkeller gehört zu den besten Österreichs, und das noch dazu trinkanimierend gepreist. Weiter so!
Das in (im Winter autofreien) Oberlech gelegene Burg Vital Hotel besteht aus vier unterirdisch miteinander verbundenen Chalets und wird seinem Namen dank des großzügigen Vitalspa durchaus gerecht. Die Zimmer und Suiten sind mit Naturmaterialien in gelungener Mischung aus Rustikalität und Eleganz eingerichtet. Ein umfangreiches Sommerprogramm sorgt dafür, dass Urlaub am Arlberg auch in der warmen Jahreszeit sehr a(ttra)ktiv sein kann. Für Seminare stehen unter dem Motto „Gipfeltreffen“ neue Konferenzräume zur Verfügung.
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
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