Bei unserem diesjährigen Besuch im Restaurant des Hotels Häupl konnten wir uns ein Schmunzeln nicht verkneifen. Das freundliche Service trat bei der Erklärung des Gedecks in das sprichwörtliche Fettnäpfchen und ordnete etwa das grobe Meersalz in eine geografische Lage Frankreichs ein, in der es weit und breit keine Salzgewinnung gibt, geschweige denn eine Meeresküste. Die Küche versteht Gott sei Dank mehr von ihrem Handwerk und bereitete gekonnt die gebratenen Jakobsmuscheln auf Rohnen sowie eine cremige Paprikaschaumsuppe mit Balsamico zu. Ebenso überzeugten die flaumigen Spinatknödel auf Blattspinat, die - im Gegensatz zu dem leicht versalzenen Saltimbocca - auch stimmig abgeschmeckt waren. Als Ausgleich schrie der Gaumen förmlich nach der Sorbetvariation, die unser Essen beendete.
Häupl
Neubeginn am Attersee: der Häupl, erst Gasthof, später dann so genannte „Residenz“, in jedem Fall ein Ort der Neuerung österreichischer Gastlichkeit vor gut drei Jahrzehnten, hat einen neuen Besitzer und eine hochklassige Küchenmannschaft. Executive Chef: Alexander Maier, in den Köpfen von Österreichs Feinschmeckern bestens eingeführt. Im Hintergrund als Konsulent – der einzige Job, der seinen Fans zurzeit (wir schreiben 2011 und das kann sich natürlich ändern) erlaubt, mit seiner alten Klasse ein Wiedersehen zu feiern – Kochlegende Jörg Wörther. Was also erwartet den Gast da außer Gutes, möchte man meinen. Der Start im Sommer ist auch gut gelungen: Maier und Wörther fanden offensichtlich nach kurzer Zeit Gefallen an den jeweiligen Vorstellungen des anderen. So aßen wir mit Atterseeblick eine herrliche kalte Vichyssoise mit Wiesenkräutern, gedämpfte Fische mit einer leichten Mayonnaise und Artischocken, darauf einen Waller mit Paradeisfond von selten erschmeckter Klarheit und Aromatik und anschließend ein gebackenes Kalbskotelett mit Erbsenreis (wie selbstironisch und perfekt ausgeführt) und schöne Desserts. Der Patron Peter Schmutz liefert eigenen Salzburger Kaviar und vor allem eine selten gut besetzte Weinkarte. Vieles gibt es auch in halben Flaschen.
Genießerhotel
Der schöne Attersee hat wieder eine Top-Adresse zum Nächtigen. Das revitalisierte Vier-Sterne-Hotel in Seewalchen beeindruckt mit seiner Hanglage und dem traumhaften Blick auf den glitzernden See. Die geräumigen Zimmer, elegant-modern und geschmackvoll eingerichtet, verfügen teilweise über Balkon, Dampfdusche oder Whirlpool sowie WLAN. Badefreuden frönt man am Steg neben dem nostalgischen Bootshaus. Zum Frühstücken trifft man sich bei Schönwetter auf der herrlichen Seeblickterrasse.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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