Alpinisten ist die Region des Schlern schon seit Generationen ein Begriff, besticht die Region doch durch imposante Berggiganten. Gigantisch wird im modern eingerichteten Restaurant Sassegg zwar nicht gekocht, doch auf einem Niveau, das man sich durchaus öfter wünschen würde: Dank der strengen Nichtraucherregelung in Italien erfreuten wir uns, während wir die Speisekarte studierten, nur am herrlichen Duft des hinter uns positionierten, gut bestückten Käsewagens. Dementsprechend animiert genossen wir nach einem mit Ingwerlikör verfeinerten Prosecco zunächst einen rosa gebratenen Schwertfisch in Sesamkruste, der von einem sehr milden Meeresfrüchtecocktail begleitet wurde. Auf der unteren Wahrnehmungsschwelle bewegte sich auch das Zitronengrasaroma, das die Schaumsuppe mit Zanderspieß abrundete. Eine exakt gebratene Gänseleber leitete zum zarten Hirschfilet über, zu dem uns ein dunkelroter Lagreiner bestens schmeckte. Trotz des verführerischen Käsesortiments entschlossen wir uns, lieber der Patisserie auf den Zahn zu fühlen. Diese belohnte uns mit einem hausgemachten Apfelstrudel und einem Malaga-Eis mit erfreulich vielen Rosinen.
Sassegg H. und I. Malfertheiner
Schon die Anreise lässt ein Hochgefühl aufkommen, genießt man doch die Aussicht auf die am Fuß des mystischen Schlern gelegene Berggemeinde. Nicht minder erfreut das durch Stein, Holz und Glas geprägte moderne Design des Restaurants. Spannend auch die Kulinarik, gelingt hier offenbar spielerisch eine mediterran inspirierte Südtiroler Küche, die eine Abfolge komplexer Geschmackserlebnisse bietet. Und die herausragende Weinkarte hat ihren Schwerpunkt in Südtirol wie in den Mittelmeerländern. Wir starteten unser Mahl mit knackig gebratenem grünen Spargel, stimmig begleitet von flaumigen Ricotta-Gnocchi. Als Hochgenuss empfanden wir die in Scheiben geschnittene lauwarme Kalbsstelze auf Rote-Rüben-Salat mit eleganter Gemüsevinaigrette. Eine Wonne auch die krossen Filets vom Adlerfisch, einer Spezies der Barsch-Familie, mit gebratenen Calamari und schwarzen Tagliolini. Mit dem Dessert schaffte die Küche eine weitere Kreation erster Güte; ausgereifte Ananas im hauchdünnen Filoteig, ideenreich kombiniert mit Karibik-Espuma und Malaga-Eis. Unvollständig wäre die Analyse, wenn nicht auch der stilvolle und umsichtige Service Erwähnung fände.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Kommentare werden geladen...