Florian Mairitsch und sein Team sind nicht zu bremsen, es geht weiter steil aufwärts. Was uns den ganzen Abend an innovativer internationaler, handwerklich perfekter Küche geboten wurde, war erste Qualität. Die frischen Austern Fines de Claires fanden in der Schalotten-Vinaigrette einen aromatischen Kontrapunkt. Das Vitello Tonnato war mürbe und geschmacksintensiv mariniert. Die grandiose Safran-Champagner-Suppe wurde von einem bissfest gebratenen würzigen Langostino begleitet. Eine Kreation erster Güte fanden wir in dem zarten Kaninchenfilet mit Wintergemüse, überhobelt mit geeister Gänseleber. Unglaublich harmonisch im Geschmack gelangen die Gambas-Ravioli mit Curry und Ananas. Kräftig war das sanft braisierte Rindsbackerl toller Fleischqualität samt Fond, klassisch serviert mit Kräuter-Semmelknödel und köstlichem Rahm-Kohl. Als Finale überzeugen konnten das cremige Tonka-Eis ebenso wie die sämige Zitronencreme mit eingekochten Beeren. Neben der Kulinarik genossen wir engagierten Service und kompetente Weinberatung sowie das großstädtische Ambiente des Lokals, das im Sommer auf einen überdachten palmenbestandenen Atrium-Innenhof ausweichen kann.
M Sabine und Florian Mairitsch
Architektonisch überzeugt das moderne Stahlbau-Glas-Ambiente mit edlem Interieur, begehbaren Weinschränken, trendiger Weinbar und gemütlichem Palmengarten. Kulinarisch stehen ein Menü, das sich aus den je fünf angebotenen Vor- und Hauptspeisen zusammensetzt, und zwei Tagesempfehlungen zur Auswahl. Hausherr und Küchenchef Florian Mairitsch ist kreativ, achtet auf Saisonalität sowie Qualität und kombiniert innovativ österreichische Küche mit mediterranen und asiatischen Akzenten. Leider dominieren diese Einflüsse manchmal, teilweise wird entschieden zu kräftig gewürzt. Zu viel Salz abbekommen hatten etwa die Scheiben vom Rindsfilet mit Büffelmozzarella, Artischocken und Calamaretti, die Blattsalate wurden in aggressivem Balsamico-Olivenöl-Kräuter-Dressing ertränkt. Von guter Schärfe die ausgezeichnete Jungzwiebel-Tomatensuppe mit flaumigem Topfennockerl und Basilikum, zu intensiv aber die Currysauce bei den Mango-Gamba-Ravioli. Beim saftigen Lammrücken fehlte der versprochene Tramezzinimantel, die ungenießbare Sauce schmeckte äußerst bitter, knackig dafür das junge Gemüse, das auch zum knusprigen Zanderfilet mit Spinat-Tortellini gereicht wurde. Keinen frischen Eindruck machte die Joghurt-Heidelbeer-Mousse mit Beeren und Vanillecreme, erfrischend das Sauerrahm-, Weichsel- und Hollerblütensorbet. Die 13-seitige Weinkarte enthält Klassiker und Raritäten, vorwiegend aus Österreich, Europa und etwas Übersee.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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