Die schicke Felsengrotte hinter dem Mönchsberg hat sich zu einer verlässlichen Größe in der Salzburger Gastro-Szene gemausert. Die (Jung-)Society fühlt sich von der gelungenen Mischung aus Design und Genuss ebenso angezogen wie die Porsche fahrenden Wochenend-Besucher aus München. Gourmets schätzen die Auswahl an offenen Weinen, die dank angeschlossener Enothek ihresgleichen sucht (wo gibt es schon Premier-Cru-Burgunder glasweise?). Die Küchenlinie zielt (preislich wie auch hinsichtlich der Kreativität) genau auf dieses „Wir-haben-Geld-aber-keinen-Hunger“-Publikum, wobei sie der eigenen Inszenierung nicht immer gerecht wird. Himbeergazpacho mit Pulpo, Oliven und Limettenespuma schmeckte leider so, wie es klingt: viel Schaum um wenig Geschmack. Das als Vorspeise servierte Sardinenbrot war zwar recht artig (gebratener Fisch auf getoastetem Brot, je ein Löffelchen Auberginen- und Avocadopüree) – aber rechtfertigt die dekorative Inszenierung mit Blüten und Kräutern wirklich den Preis von € 21,–? Hinreißend hingegen die Kalbskutteln mit Flusskrebsen, die in Rotwein bis zu einer fast cremigen Mürbe geschmort und mit exotischen Gewürzen verfeinert waren. Auch beim Rindsfilet zeigte Küchenchef Sebastian Schlechtleitner sein Gespür fürs harmonische Miteinander: das Fleisch zart auf dem Punkt, das Schwammerlgröstl kräftig-aromatisch, die Sauce ein intensives Wechselspiel von süßen und fleischig-pikanten Aromen.
Magazin Claudia und Raimund Katterbauer
Es ist zweifellos eines der schicksten Restaurants der Stadt und architektonisch sowie stylisch eines der interessantesten. Und zwar nicht nur deshalb, weil es sich zum größten Teil in Felsengewölben hinter dem Mönchsberg ausbreitet. Alles ist hier etwas spannender als anderswo, vom Design der Gedecke bis zu eigenen Angeboten für jede Tageszeit, etwa Häppchen für den Nachmittag. Die Küche glänzt mit ungewöhnlichen Vorschlägen: Kalbskutteln etwa und Milchrahmbackerln sieht man selten nebeneinander auf einer österreichischen Speisekarte, dazu eine geschmorte Rindsschulter, auch Jakobsmuscheln und Zitronenravioli, Gnocchi und ein Beiried mit Bohnen-Cassolette. Nicht schlecht. Wir widmeten uns mit Genuss einer Rindsuppe mit Hirnpofesen, waren mehr als nur zufrieden mit dem zart duftenden Gewürzlachs mit Rahmkohl und schlossen mit leichten, fruchtigen Sorbets. Alles sehr angenehm hier im Gewölbe. Wer will, kann in einem angeschlossenen Geschäft alles kaufen, was ihm im Restaurant geschmeckt hat, vom Wein bis zum Olivenöl. Für die Ambition der Köche spricht auch, dass hier gelegentlich Kochkurse (auch für Kinder) abgehalten werden.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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