Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Wer im M32 lunchen oder dinieren möchte, muss hoch hinaus. Die € 2,90 pro Person für den Express-Lift zahlen sich aus. Der Blick vom Mönchsberg auf die Stadt Salzburg ist atemberaubend, außerdem erhält man nach dem Restaurantbesuch einen Gutschein für die nächste Liftfahrt. Das Ambiente des M32 passt perfekt in die Nachbarschaft des Museums der Moderne, könnte fast Teil davon sein. Die Speisekarte: klassisch mit dem gewissen Etwas. Wir begannen mit dem Vogerlsalat mit Speck und gebackenem wachsweichen Ei, eine stimmige Kombination, die noch besser gefallen hätte, wäre das Ei nicht nur wachsweich, sondern auch warm gewesen. Die Krebsenschaumsuppe mit Garnelen und die klassische Grießnockerlsuppe waren einfach gut. Leider ging dem Koch beim Limetten-Chili-Risotto mit Oktopus und Zucchini die Phantasie durch. Der Geschmackskomponenten (Pesto, Thymian, Limetten, Chili, Knoblauch, süße Kirschtomaten) auf dem Teller waren einfach zu viele. Die Kalbsnieren hingegen klassisch und gut. Die zarten Nierndl wurden angenehm von einer sanft säuerlichen Sauce umspielt. Die Topfenknödel und der gute Illy-Kaffee rundeten unseren Lunch perfekt ab. Wir kommen gerne wieder. Die Weinkarte ist von jungen Österreichern dominiert – etwas uninspiriert.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Nach kurzer Fahrt im längsten Aufzug der Stadt sitzt man plötzlich in modernem Ambiente mit spektakulärer Aussicht auf die barocke Weltkulturerbe-Altstadt. Da befallen einen Zweifel, ob die gastronomische Leistung da wohl mithalten kann. Die Karte offenbart österreichische Spezialitäten – mit zwei, drei asiatischen Ausreißern. Wir starteten mit einer köstlichen Karotten-Ingwercreme-Suppe mit Scampi sowie einem mit Lardo umhüllten Kaninchenfilet mit Erdäpfel-Vogerl-Salat. Beim Tatar vom Salzburger Naturrind war es uns doch leider etwas zu salzig. Der gebackene Kalbskopf samt Bries schmolz dafür förmlich auf der Zunge. „Fein und aromatisch“ fiel uns zum Seesaibling auf Blattspinat ein. Gediegen die geschmorten Ochsenbackerln auf Krenschaum. Das Entrecôte vom Naturrind war tatsächlich sehr natürlich zubereitet, am Punkt gegart und mit dem Frühlingsgemüse samt Erdäpfelpaunzen eines der Highlights des Abends. Alles unprätentiös gekocht und aufgetragen. Überhaupt hatten wir den Eindruck, dass die Küchencrew sehr routiniert und stilsicher arbeitet. In Verbindung mit dem eingespielten Serviceteam bescherte sie uns heuer einen stimmigen (wenn auch etwas langatmigen) Abend respektive die Vorfreude auf ein nächstes Mal, zu der auch die außergewöhnliche Weinkarte das Ihre beiträgt.

2009
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Wer hoch über Salzburg einen alle Sehenswürdigkeiten vereinenden Ausblick haben möchte, ist auf der Terrasse des M32 richtig. Die Karte bietet saisonale, gehobene Gerichte sowie ein Abendmenü. Das Service erwies sich heuer trotz starken Andrangs als sehr bemüht und freundlich. Gleich zu Beginn ließ die Küche mit einer intensiv schmeckenden, harmonischen Fenchelsuppe grüßen. Als Vorspeise wählten wir einmal eine etwas unspektakuläre und zu heiß servierte Eierschwammerlsuppe sowie Steinbutt auf Avocados und Oliven-Gnocchi. Hier bewies die Küche Flexibiltät, da der Steinbutt auf der Karte eigentlich als Hauptspeise geführt war, außen sehr kross gebraten, mit feinem, zartem Inneren. Auch die Oliven-Gnocchi waren sehr aromatisch zubereitet. Als Hauptspeise wurde uns einmal Lammkeule, bei der das Fleisch so zart und weich war, dass es vom Knochen fiel, mit rassiger Steinpilzpolenta serviert. Auch die zweite Hauptspeise überzeugte uns, ein rosarot gebratener Rehrücken, der gemeinsam mit dem Selleriepüree auf der Zunge zerging, begleitet von einer würzigen, aber nicht zu dominanten Sauce. Schön auch das Dessert, "Schokolade à la M32", bestehend aus Schokomousse, einem weißen Schokospitz mit Erdbeerparfait-Fülle sowie einem vollmundigen Schokosoufflé mit weichem Kern.

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M32 Josef Schellhorn GmbH

Der Ausblick, den man vom M32 genießt, beeindruckt. Schließlich liegt den Gästen die historische Altstadt von Salzburg zu Füßen und auch Hohensalzburg sieht man von kaum einem anderen Ort imposanter. Das Gebäude, in dem sich das Restaurant befindet, ist hingegen – zumindest vom praktischen Standpunkt aus gesehen – ein architektonisches Desaster. Bei dessen Planung wurden etwa Ausgänge, Garderobe sowie Toiletten derart unzweckmäßig gebaut, dass man sich fragt, ob sich hier überhaupt jemand Gedanken gemacht hat. Besser durchdacht schienen uns hingegen die Gerichte. Die Lauchcremesuppe schmeckte und die Mousse von der Sobrasada (Mettwurst aus Mallorca) mit einem Sorbet vom Cabrales (ein halbfester Schnittkäse mit Blauschimmel) überzeugte durch das Zusammenspiel von nicht ganz alltäglichen Aromen. Das Filet vom Seesaibling, mit verschiedenen Gemüsen serviert, schmeckte so, wie man sich Fisch vorstellt: frisch, kross gebraten und harmonisch gewürzt. Überraschend, dass die Küche gerade beim Kalbswiener schwächelte: Die Panier war nicht gerade locker und an einer Stelle gar angebrannt. Zu den gebackenen Topfenpalatschinken genehmigten wir uns noch einen kleinen Grappa. Schließlich mussten wir nicht mehr mit dem Auto nach Hause fahren, sondern nur mehr mit dem Mönchsberglift hinunter.

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