Wer im M32 lunchen oder dinieren möchte, muss hoch hinaus. Die € 2,90 pro Person für den Express-Lift zahlen sich aus. Der Blick vom Mönchsberg auf die Stadt Salzburg ist atemberaubend, außerdem erhält man nach dem Restaurantbesuch einen Gutschein für die nächste Liftfahrt. Das Ambiente des M32 passt perfekt in die Nachbarschaft des Museums der Moderne, könnte fast Teil davon sein. Die Speisekarte: klassisch mit dem gewissen Etwas. Wir begannen mit dem Vogerlsalat mit Speck und gebackenem wachsweichen Ei, eine stimmige Kombination, die noch besser gefallen hätte, wäre das Ei nicht nur wachsweich, sondern auch warm gewesen. Die Krebsenschaumsuppe mit Garnelen und die klassische Grießnockerlsuppe waren einfach gut. Leider ging dem Koch beim Limetten-Chili-Risotto mit Oktopus und Zucchini die Phantasie durch. Der Geschmackskomponenten (Pesto, Thymian, Limetten, Chili, Knoblauch, süße Kirschtomaten) auf dem Teller waren einfach zu viele. Die Kalbsnieren hingegen klassisch und gut. Die zarten Nierndl wurden angenehm von einer sanft säuerlichen Sauce umspielt. Die Topfenknödel und der gute Illy-Kaffee rundeten unseren Lunch perfekt ab. Wir kommen gerne wieder. Die Weinkarte ist von jungen Österreichern dominiert – etwas uninspiriert.
M32 Josef Schellhorn GmbH
Der Ausblick, den man vom M32 genießt, beeindruckt. Schließlich liegt den Gästen die historische Altstadt von Salzburg zu Füßen und auch Hohensalzburg sieht man von kaum einem anderen Ort imposanter. Das Gebäude, in dem sich das Restaurant befindet, ist hingegen – zumindest vom praktischen Standpunkt aus gesehen – ein architektonisches Desaster. Bei dessen Planung wurden etwa Ausgänge, Garderobe sowie Toiletten derart unzweckmäßig gebaut, dass man sich fragt, ob sich hier überhaupt jemand Gedanken gemacht hat. Besser durchdacht schienen uns hingegen die Gerichte. Die Lauchcremesuppe schmeckte und die Mousse von der Sobrasada (Mettwurst aus Mallorca) mit einem Sorbet vom Cabrales (ein halbfester Schnittkäse mit Blauschimmel) überzeugte durch das Zusammenspiel von nicht ganz alltäglichen Aromen. Das Filet vom Seesaibling, mit verschiedenen Gemüsen serviert, schmeckte so, wie man sich Fisch vorstellt: frisch, kross gebraten und harmonisch gewürzt. Überraschend, dass die Küche gerade beim Kalbswiener schwächelte: Die Panier war nicht gerade locker und an einer Stelle gar angebrannt. Zu den gebackenen Topfenpalatschinken genehmigten wir uns noch einen kleinen Grappa. Schließlich mussten wir nicht mehr mit dem Auto nach Hause fahren, sondern nur mehr mit dem Mönchsberglift hinunter.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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