Chaos war im Servicebereich das tonangebende Element bei unserem Besuch: Bestellte Gerichte wurden mit anderen Speisen vertauscht, der bestellte Weißwein wurde viel zu spät – erst nach der Vorspeise – serviert, und auch die Bezahlung der Rechnung ging nicht ohne Probleme über die Bühne. Blenden wir diesen – nicht unwesentlichen – Bereich jedoch aus, können wir auch heuer über den Leisserhof nur das Beste berichten. Das saure Kitz auf Frühlingssalaten sowie das im Oliven-Wildkräuterbad gegarte Saiblingsfilet auf Paprikaschaum mit Artischocken-Morchel-Potpourri waren köstliche Vorspeisen, die so richtig Lust auf mehr machten. In unserem Fall war dies eine Frühlingsrahmsuppe mit ricottagefüllten Teigtascherln und ein Butterschnitzel vom Waller, das mit pikantem Bohnensalat serviert wurde und zu dem der Sauvignon Blanc aus Donnerskirchen bestens schmeckte. Finalisiert wurde unser Dinner mit karamellisiertem Ziegenfrischkäse, der mit zu säuerlichem grünen Tomatenragout und mit angenehm süßlichen Erdbeeren serviert wurde.
Vinarium – im Leisserhof Ernst Engel
Donnerskirchen. Gastronomisch ja nicht gerade einer der funkelndsten Sterne am Firmament weit gereister Esser. Zu Unrecht, wie wir finden. Denn was Ernst Engel und sein Team im hunderte Jahre alten Leisserhof zu leisten imstande sind, ließ uns auch dieses Jahr wieder staunen. Die Morchel-Eierschwammerl-Terrine mit Marillen-Paprika-Chutney und der marinierte Kalbstafelspitz mit Salat von Wurzelgemüse bildeten den Auftakt zu einem gelungenen Nachmittag. Einzig das begleitende Duett zweier unterdurchschnittlicher Veltliner enttäuschte etwas. Frischkäsetascherln mit Fisolen und Haselnussbutter gelangen vortrefflich, rosa gebratene Kalbsleber mit Marillenchutney und luftigem Basmatireis kam punktgenau gebraten zu Tisch und war ein geschmacklich äußerst stimmiges Gericht. Dass dazu unaufgefordert eine Flasche Leithaberg Weiß 2005 angeboten und auch geöffnet wurde, um uns diesen gereiften Charmeur glasweise anzubieten, machte die misslungene Veltliner-Eröffnung schnell vergessen. Als Abschluss erfreuten wir uns an fein-säuerlichem Kirschen-Clafoutis und einer Donnerskirchener Welschriesling-Beerenauslese aus dem Jahr 1981. Ebenso glasweise angeboten.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Kommentare werden geladen...