Am Ortseingang von Uderns gelegen und mit genügend Parkplätzen ausgestattet, ist der Metzgerwirt die ideale Anlaufstation für Reisende, die im Zillertal Station machen oder vor dem Überqueren der Gerlos noch einmal Tiroler Gastfreundschaft genießen wollen. Letzteres war für uns diese Saison Anlass, in den holzgetäfelten Stuben des Hauses einzukehren. Umsorgt von den freundlichen Damen des Service genossen wir zunächst eine Variation von der Gelbschwanzmakrele. Deren Tatar war mit Koriander perfekt abgestimmt, der Versuch, japanische Kochkunst nachzuahmen, gelang jedoch nicht einwandfrei: Der Reis des Makrelen-Sushi war noch nicht gänzlich weich gekocht und brachte dadurch das Gesamtensemble gewaltig ins Wanken. Der als Piccata verkleidete Seeteufel mit weißem Tomatenschaum und Sepianudeln sowie das Filet von der Lachsforelle auf Cremespinat entschädigten uns für diesen kleinen Ausrutscher aber auf jeden Fall. Beide Gerichte zeigten, dass man hinsichtlich Produktqualität in Österreich längst keine Abstriche mehr machen muss und die Küche die Zubereitung von Fisch beherrscht. Als fleischige Alternative wählten wir einen Rücken vom Frischling, der sich besonders zart präsentierte. Gottlob führte kein Weg an dem abschließenden Schokosoufflé mit flüssigem Kern vorbei, dessen spürbare Süße mit der leichten Säure des dazu servierten Blutorangeneises wunderbar harmonierte.
Der Metzgerwirt Hannes Hell
Seit Generationen wird das Haus gemeinsam mit einer Fleischerei betrieben, im eigens eingerichteten Metzgerstüble treffen sich die Einheimischen, im heimeligen Restaurant vorwiegend die Zillertaler Gäste. Das vom jungen, engagierten Wirtepaar ausgegebene Motto „einfach gut" trifft auf die Küchenleistung ebenso zu – regionale Frischeküche mit mediterranen Akzenten – wie auf den Service: Er ist liebenswürdig und diskret. Die Schaumsuppe von der Schwarzwurzel schmeckte herrlich authentisch, das dazugereichte Tatar vom Wildlachs harmonierte prächtig. Der punktgenau kross gebratene Zander wurde kreativ auf Rohnen in Strozzapreti-Form angerichtet und mit Krenschaum aufgetuned. Fantasievoll in einer Senfkruste zubereitet war der butterweiche Milchkalbstafelspitz, das dazu servierte Brokkoli-Gemüse ebenfalls mit Senf abgeschmeckt. Als weiteren Höhepunkt empfanden wir den gegrillten Loup de mer auf einer durch aromatische Eleganz gekennzeichneten Sauce von Artischocken, Fenchel und Safran. Überzeugen konnte uns auch das Dessert: grandiose mit Streuseln überbackene Vanille-Ingwer-Äpfel, gekonnt gepaart mit Tonkabohnen-Eis.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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