Was wäre Spittal ohne die Komödienspiele Porcia? Und was wäre die Stadt ohne den Mettnitzer? In Sichtweite vom Schloss, am anderen Ende des Hauptplatzes spielt es sich das ganze Jahr über ab: Der Chef zelebriert eine subtil mediterran (italienisch-französisch) verfeinerte, bodenständige Küche und legt immer wieder ein kreatives Schäuflein nach – etwa auf spezielle Art überbackene Jakobsmuscheln. Seine Frau schätzt man als kundige Weinberaterin, die mit herbem Charme auf alle Wünsche eingeht. Der Garten ist überdacht und trotzt zwar nicht der Kälte, aber manchem Schauer, drinnen unterhält die trutzige Deko einer altdeutschen Weinstube. Das Beef Tatar war mild und hatte doch Biss. Dezent gewürzt und konzentriert auf die Hauptdarsteller (Eierschwammerln) war die feine Terrine. Als herrlich pikanter Gruß vom Meer präsentierte sich die Fischsuppe. Eine cremige Polenta schmeichelte dem Kalbsschnitzel mit Parmaschinken; als Tupfen auf dem i thronte ein Scampo im Blattspinatnest auf dem Wildlachs mit Gemüserisotto. Ein Gedicht der Apfelstreuselkuchen mit Zimteis; klein und fein der Käseteller, den ein deutscher Rheinriesling komplettierte.
Mettnitzer Karlheinz Mettnitzer
Den Betrieb der Familie Mettnitzer in Spittals Altdeutscher Weinstube kann man getrost auch allein besuchen, denn die fantastische neugotische Innenarchitektur aus dem 19. Jahrhundert sorgt dafür, dass es zwischen den Gängen nie langweilig wird. Auch der in der Küche gepflegte Stil orientiert sich an der opulenten Ausstattung, wer hier die Kalorien zählt, ist selbst schuld. Denn die kräftige Rindsuppe mit Frittaten war durchaus eine Sünde wert, ebenso die Spaghettini mit Crevetten und einer cremigen, kräuterintensiven Paradeissauce. Von untadeliger Qualität das Filet-Steak vom Kärntner Almochsen, medium gebraten wie gewünscht, mit schaumiger Café-de-Paris-Butter und begleitet von fein abgeschmecktem Blattspinat. Beim Dessert – Panna cotta mit Beerensauce – trat aber ein Kritikpunkt, der sich schon in den Gängen davor bemerkbar gemacht hatte, deutlich hervor: Das Gebotene war handwerklich durchaus solide, es fehlte letztendlich aber der kreative Funke, der aus einem guten Essen etwas Besonderes macht. Zum Trost kann die Weinkarte mit einigen ausgefalleneren Tropfen punkten.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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