Das geschäftige Fischlokal am Naschmarkt mag nicht jedem zusagen, weil häufig ein nahezu hektischer Betrieb herrscht; aber wer Fisch liebt, der kommt um den Umar kaum herum. Die einfache, manchmal fast raue Art der Zubereitung ist ehrlich und unprätentiös, erwartet man keine kreativen Sidesteps, wird man hier glücklich. Wir begannen unseren Mittagstisch mit der Variation verschiedener Tatars von Edelfischen, Wolfsbarsch – mit Jakobsmuscheln durchsetzt, Thunfisch – leicht asiatisch angehaucht mit Sojasauce und frischem Koriander, Saibling – mit frischer Dille in Szene gesetzt: in der Zubereitung grob, aber wohlschmeckend. Die en passant bestellten Fine-de-claire-Austern erfreuten durch ihre Frische, die Zwiebelsauce dazu haben wir uns erspart. Der anschließend servierte Oktopus war zart und gut gegrillt, ebenso wie der Seeteufelspieß auf interessantem Orangen-Fenchel-Salat. Auch die abschließend gewählte Crème caramel konnte noch punkten, mit dem Kaffee zusammen ein erfreulicher Abschluss.
Umar Erkan und Gökhan Umar
Wer Fisch mag, der kommt nicht um das geschäftige Fischlokal am Naschmarkt herum – dachten wir bis zu diesem Jahr. Mag man auf Tradition geben, was man will, es darf aber auch einmal etwas Abwechslung sein, und die sollte sich nicht nur auf das wechselnde Fischangebot beschränken. Wir eröffneten mit Edelfisch-Tatar, grob gehackter, roher Fisch (Lachs, Thunfisch, Wolfsbarsch), aber dennoch geschmacklich das Highlight des Tages. Auch die gebratenen Calamari waren durchaus gut, allerdings nicht mit den dazu servierten Mangold-Erdäpfeln, die so gar nicht harmonierten. Wenig einverstanden waren wir mit der Fischplatte, wo der einzige Meeresbewohner, der halbwegs am Punkt gegart zu Tisch kam, die Jakobsmuschel war; alle anderen Fische, darunter ein ganzer Branzino, zu lange gebraten. Dazu ein gutes Pfannengemüse, recht knackig, das Pesto dazu hätte man nicht gebraucht. Das Tiramisu schmeckte gut, mehr aber auch nicht, und bildete mit dem Kaffee einen positiveren Abschluss.
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