Der 18. Bezirk steht bei Touristen nicht unbedingt auf dem Pflichtprogramm. Daher bietet sich der Währinger Hieb für kulinarisch Interessierte geradezu an, um dem Schnitzel- und Sachertortenklischee der Hauptstadt zu entkommen. Im Kutschker 44 gelang uns die Flucht aus der touristischen Realität zunächst mit einem mild angemachten Beef Tatar, das durch einen Chili-Dip und von Erdäpfelchips begleitet wurde. Ein pfeffriger Veltliner aus dem Traisental harmonierte ideal mit der würzigen Bärlauchcremesuppe mit Topfenpalatschinke und dem exotisch klingenden Karpfenfilet „Hawaii“, bei dem die wohl namensgebenden, kross gebratenen Ananasscheiben wunderbar mit dem beliebten Speisefisch harmonierten. Wie wir generell feststellen durften, dass Georg Stadtthaler seine außergewöhnliche Sensibilität im Umgang mit feinem Fisch immer wieder unter Beweis stellt. Süßes stand diesmal nicht auf dem Programm, dafür verkosteten wir eine Käsevariation, die durch Marmeladen – Erdbeere und Marille – begleitet wurde. In diesem Bereich bestünde mit Sicherheit bezüglich Präsentation sowie Auswahl Verbesserungsbedarf.
Kutschker 44 Birgit und Georg Stadtthaler
Das Kutschker 44 entpuppte sich als Enttäuschung: Es begann mit einer Indiskretion, oder nennen wir es Ehrlichkeit, der Kellnerin. Nein, die gebackene Maishendlbrust mit Erbsenpüree, Kernöl und Kukuruzsalat gibt es nur gebacken, weil sie schon so vorgebacken ist. Versalzen war sie zu diesem Zeitpunkt vermutlich auch schon. Bei der klaren Fischsuppe suchte der Tester einen versteckten Geschmack, eine Idee, aber da war nichts: öde Suppe, daneben saure Orangenscheiben und Fenchel. Auch das Hauptgericht erschloss sich nicht: Das gebratene Lachsforellenfilet hatte zu viel Essig abbekommen, das Lachstatar eine Überdosis Senf. Schade.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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