Auch wenn die Konkurrenz im vergangenen Jahr zugenommen hat, darf das Yohm nach wie vor als eines der besten und verlässlichsten Asia-Lokale der Stadt gelten – atmosphärisch zählt der Blick aus dem Obergeschoß auf die Peterskirche sowieso zu den nicht kopierbaren Assets. Küchenchef Andreas Fuchs und seine Mannschaft (aus allen Teilen des Kontinents) arbeiten mit kulinarischen Puzzlesteinen aus China, Vietnam, Thailand, Indonesien und sogar Indien. Das Ergebnis ist aber keine Fusion, sondern eine durchwegs überzeugende Palette an Gerichten, die Frische und Leichtigkeit zeigen sowie jene Intensität der Aromen und Gewürze, die Kenner an den asiatischen Küchen so schätzen. Besondere Meisterschaft beweist das Team im Umgang mit Fischen, in unserem Fall an zwei Branzino-Filets, das eine mit sündig-schwarzer Gung-Bao-Sauce, das andere mit raffiniert-vielschichtigem grünen Curry. Souveränen Umgang mit Klassikern zeigte Fuchs bei der scharf-zitronengrasigen Tom-Yam-Gung-Suppe und beim herzhaft-feinen roten Hühnercurry mit frischen Pilzen. Überzeugend auch die oft unterschätzten Wok-Gerichte: Beim Chili-Beef mit Pak Choi behielt das Fleisch seine rosige Saftigkeit, während das Gemüse ausreichend durchgegart war. Die Weinkarte erbrachte wieder einmal den Beweis, wie gut reife österreichische Weißweine mit der Schärfe von Asia-Gerichten zurechtkommen.
Yohm Klaus Piber
Panasiatisch ist ja beinahe zum Schimpfwort verkommen, unzählige gesichtslose Lokale mit suboriginellen Namen und klebrigen Karten servieren einen wirren und billigen Mischmasch, der alles zu bieten scheint und nichts wirklich kann. Obwohl das Yohm grundsätzlich auch Versatzstücke von Japan über China bis Thailand listet, versteht sich Küchenchef Andreas Fuchs in seiner kleinen Küche wie kaum ein anderer auf dieses geographisch enorm breite Angebot. Ob Sushi, Wok oder Currys – hier beeindrucken Kochfertigkeit, Komplexität und Produktqualität, was sich im Preis niederschlagen muss. Einer gebratenen Entenrolle mit exzellentem Fleisch gibt Minze die Frische und Pflaumensauce die animierende Säure. Soft Shell Crabs stehen mittlerweile auf vielen Karten, hier serviert man sie in origineller Spielart als Makirolle mit Avocado und intensiver Erdnuss-Sauce. Nur ganz zart angebratener Kabeljau bekam mildes gelbes Thaicurry und Wasserspinat als Begleitung. Und ein Erdbeer-Maracuja-Parfait mit Schoko-Chili-Sauce erfreut mit schönem Süßsauer-Kontrast. Exzellente Weinauswahl, guter Service und der Blick auf die Peterskirche sind weitere Atouts des Lokals.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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