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2009
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Das kleine Bistro am Rande der Wiener Innenstadt hat schon so manche Metamorphose erlebt. Nach "Wilder Avantgarde" und "Spanischer Moderne" wird seit Jahresmitte 2008 wieder österreichisch gekocht, gelegentliche Rückgriffe auf mediterrane Stilmittel inbegriffen. Thomas Knittl heißt der neue Mann in der Küche, dessen ehrlicher, unaufgeregter Stil wohl noch ein wenig abgeschliffen werden muss, aber schon jetzt eine gute Hand für empfindliche Produkte beweist. Knittl vermag zu verblüffen, wo man es nicht erwartet: Die Kombination von Fischfilet (in diesem Fall St. Petersfisch) und Jakobsmuscheln darf wahrlich nicht als sonderlich originell gelten, doch brachten in diesem Fall Petersilie und Koriander einen Hauch von Frische, während Curry und Vanille den Gesamteindruck rund und vollmundig machten. Einen Kaninchenrücken umwickelte er mit Speck und briet ihn so zart, dass das Fleisch sowohl saftig als auch würzig auf den Teller kam, grober Mohn und roher Spinat mit aromatischem Essig bildeten dazu einen interessanten Kontrapunkt. Die Übung gelang weniger überzeugend bei der Suprème von der Maispoularde, bei der die Fadesse des makellos weißen Geflügelstücks die Oberhand behielt. Das Potenzial dieses jungen Mannes ist jedenfalls unübersehbar. Wie alle Lokale des Weibel-Imperiums bietet auch hier die Weinkarte eine große, gut überlegte Auswahl an vor allem österreichischen Gewächsen.

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Wein in the City Hans Weibel

Es ist das Stammbeisl der Simplbesucher, also geht man am besten dann hin, wenn gerade eine Vorstellung läuft. Dann herrscht absolute Ruhe. Josef Sajovitz macht seine eigene Show und lenkt zum Glück vom geschmacksneutralen Dekor ab. Es gibt ein Überraschungsmenü des Chefs in sieben Gängen für lockere € 49,90, sicherlich sehr reizvoll, nur an diesem Abend entschieden wir uns anders und taten gut daran: Als Einstieg brachte man den kalt marinierten Tafelspitz mit rotem Zwiebel, Radieschen und Ei, klassisch und gut. Die gelbe Gazpacho mit Basilikum war ein solider Zwischengang, nur etwas farblos. Überzeugend folgte das Beef Tatar mit Calamari, Gemüsesalat und Gewürz-Brioche. Sowohl der Zander in Erdäpfelkruste mit Jungzwiebeln und Eierschwammerlgulasch als auch das Spanferkel mit Krautsalat, Speck und Grammelknödel waren gekonnt zubereitet. Da kamen die Stärken durch, optisch und besonders geschmacklich. Das Schokoladesoufflé mit Himbeeren und Zitronensorbet war ein wahrlich würdiger Abschluss. Sehr gute Weinauswahl.

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