Die Krone ist ein Gasthaus wie aus dem Bilderbuch, ein Gasthaus, das seine Wurzeln als Dorfwirtschaft auch nicht leugnet. Verlässlich wird Jahr um Jahr auf einander ähnelnde kulinarische Angebote gesetzt. Natürlich wäre es schön, würde das Repertoire mit den Jahren erweitert, doch man setzt offensichtlich auf Bekanntes und Bewährtes. Die Leberknödelsuppe überzeugte durch kräftigen Geschmack, die Erdäpfelnocken mit gebratenem Kitz-Kotelett nur teilweise, da entschieden zu stark angebraten. Das Preiselbeer-Halbgefrorene hätte es verdient, etwas länger auftauen zu dürfen, um seine Güte zu offenbaren; es kam steinhart gefroren auf den Tisch. Im Sommer sitzt der Gast auf einer angenehm luftigen Terrasse. Sehr schön sind auch die kleinen, originalen Stuben.
Krone Familie Franzelin
Der Gasthof Krone ist durchwegs stimmig. Kein störendes Detail, kein Zeugnis von brachialen Eingriffen durch entstandene Innovationsbedürfnisse. Die Stimmigkeit geht auch von der herzlichen Familienatmosphäre der Franzelins aus. In einer der schönsten Stuben des Unterlands verwöhnte man uns mit Kartoffeltaschen aus hauchdünnem Teig mit Sauerkrautfüllung. Die traditionsbewusste Seniorchefin leitet nach wie vor die Geschicke am Herd. Die Weißwein-Suppe sollte jeder Gast zumindest probiert haben. Auch die Graukasnocken mit zerlassener Butter zeugten von der Behutsamkeit, mit der die Köchin mit den vorwiegend heimischen Produkten umgehen kann. Die geschmorte Entenkeule hätte etwas saftiger ausfallen können, dafür war das Hirschnüsschen mit Bratapfel eine gelungene Hommage an Großmutters Küche. Immer wieder konnten wir beinahe verschollene Schmankerln auf der Karte entdecken. Der Schwarzplentene Riebler mit Zwetschkenröster beispielsweise war gekonnt karamellisiert und knusprig. Der Weinkeller ist gut bestückt, die Auswahl reicht weit über Südtirol hinaus.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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