Das originale Wirtshaus in Südtirol ist tot – es lebe der Fink. Der Familien- und Landestradition entsprechend kommen hier in vierter Generation Gerichte auf die Speisekarte, die eng mit den Wurzeln des Landes verbunden sind. Ein Genuss waren die Schwarzplentenen (Buchweizenmehl) Käseknödel in kräftiger Rindsuppe, ein gelungener Klassiker der guten Hausmannskost das Wiener Schnitzel vom Kalb mit Braterdäpfeln (sie hätten ruhig noch krosser sein dürfen) und Preiselbeermarmelade. Südtiroler Mehlspeise gefällig? Topfenknödel mit Mohn, aber auch Kuchen oder Mousse vom Mohn. Mittags wird ein günstiger Tagesteller serviert. Im Parterre befinden sich eine Konditorei und ein Tagescafé. Auf dem Weg in die Stuben im oberen Stockwerk begegnet der Restaurantgast immer wieder Zeugnissen der Volkskunde, zusammengetragen von Hans Fink. Kleine, auf die Region konzentrierte Weinkarte.
Fink Fam. Fink
Im Zentrum von Brixen gibt es eine Vielzahl von guten Restaurants. Daher ist es erfreulich, dass sich das „Fink“ um noch mehr Qualität bemüht. Nach einem Glas Prosecco erfreuten uns zunächst hauchdünn geschnittene, rohe Garnelen, die mit etwas zu wenig sizilianischem Olivenöl verfeinert wurden. Eine heiße Rindsuppe mit Schwarzplenten-Knödel leitete zum geschmorten Ochsenschwanz nach Art des Hauses über, der von einem flaumigen Semmelknödel begleitet wurde. Die Sauce, mit der das Rindfleisch auf den Teller kam, war geschmacklich harmonisch abgestimmt. Aus der kleinen Gemeinde Latzfons stammte das hervorragende Kitz, das uns einmal gebacken und einmal geschmort serviert wurde. Zur abschließenden Crème brûlée genehmigten wir uns noch ein Glas Rosenmuskateller, einen ausgezeichneten Dessertwein, der außerhalb von Südtirol leider kaum bekannt ist.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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