Als beherrschend könnte man die Position des traditionellen Gasthofs am Hauptplatz Friesachs bezeichnen. Von der Terrasse überblickt man den bezaubernden Platz, im Gastgarten ist man sogar Teil davon. Innen wird modern aufgefrischte Stüberl-Rustikalität geboten, sehr ordentlich. Insofern nicht verständlich, wieso sich die Speisekarte als kleines, in Folie verschweißtes Blatt mit Jausenstation-Attitüde präsentieren muss – wenn man sie überhaupt einmal bekommt. Man liest da dann von Mozzarella, Putenbruststreifen auf Salat, Schnitzel und anderem belanglosen Zeug, immerhin aber auch von den Nudeln, den guten. In der Version „Bauernkrapfen" kamen sie mit Selchfleisch und Schinken gefüllt, von gutem Sauerkraut begleitet, brav. Der weitere Lichtblick in der Karte, das gefüllte Ofenbratl, war eine sehr fette, gummiartige Schweinsbrust mit patziger Semmelfülle und unendlich zäher Kruste. Der Wunsch lag in doppeltem Sinn auf der Hand: Bitte einen Zahn zulegen.
Metnitztalerhof Familie Buchner
Großzügige Räume für diverse Feste, hübsche Plätze für zwei, ein routiniert freundlicher Empfang, eine umfangreiche Speisekarte mit breitem Tagesangebot: Wer mit dem Normalen zufrieden ist, fährt hier gut. Extrawürste wie ein Gurktaler Schmalzmus sind aber auch kein Problem. Als regional-saisonal tickender Mensch am Spargel vorbeizukommen, geht im Mai fast gar nicht. Die Suppe schien indes weniger Spargel als vielmehr Geschmacksverstärker abbekommen zu haben, beim Risotto ist dem Koch wohl das Salz ausgekommen, während die Lammkrone mit bissfestem Gemüse tadellos war. Die Weinpreise sind sehr kulant, das Brot im Körberl ist exzellent, das Schmalzmus ein Hit – die Wartezeit lohnt sich.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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