Dem aufmerksamen Gast wird nicht lange verborgen bleiben, dass Petra und Robert Granitzer doch ein bisschen stolz darauf sind, in ihrem naturbelassenen Landgasthof großteils Tiere aus eigener Zucht zu verarbeiten. Das prominent platzierte Aquarium beim Eingang dient als kleiner Wink mit der Schwanzflosse, auch die Lämmer wohnen nicht weit weg, sicherheitshalber wird auf diese Tatsache aber auch in der Speisekarte noch ein- oder zweimal hingewiesen. Aber Grundprodukte sind bekanntlich nur die halbe Miete, den Rest besorgt Robert Granitzers trittsicherer Umgang damit: Edelkrebse variiert er zum Entrée als Sulz, Schaumsüppchen, Ravioli und im Ganzen, der tatsächlich himmlischen Topinamburcremesuppe liegt stimmigerweise ein faschiertes Rehlaberl bei, dem saftigen Lammkarree ein sündig gutes Steinpilzgratin. Der Huchen wiederum kommt gleich doppelt daher (geselcht und gebraten), das Kalbsrückensteak mit einer erstaunlich unaufdringlichen Bierkäsehaube. Da stimmen die Nuancen und die Harmonien, das Handwerk sowieso, und nicht zuletzt die Ambition. Gut so: In der derzeitigen Form scheint eine weitere Aufwertung keineswegs ausgeschlossen.
Bertahof Petra und Robert Granitzer
Der Bertahof an der Hauptstraße in Richtung Bad Gastein ist ein kompletter Kosmos: Eigene Landwirtschaft, eigener Fischteich und eine große Familie mit vielen fleißigen Händen. Das schafft auch in den schönen, elegant-ländlichen Gaststuben mit Blumen und Kerzen auf allen Tischen eine besondere Atmosphäre. Die Speisenauswahl passt perfekt in diesen Rahmen. Da bieten sich für den großen Hunger Bauernschmaus und Spanferkel, Schweinshaxe und Filetsteak, ein Saltimbocca vom Donauwaller auf Kürbisgulasch und ein gegrilltes Filetsteak, Ochsenschlepp und ein Rauriser Hirschkalb an. Als Spezialität gelten hier Lammrücken mit Apfelradeln und natürlich die Fische aus dem eigenen Teich, für die wir uns dann auch, nach einer delikaten Steinpilzsuppe, entschieden. Eine gute Wahl. Die Bertahof-Forelle kam, wie auf der Speisekarte versprochen, resch gebraten und mit Gefühl gewürzt. Dass die Chefleute Petra und Robert Granitzer im Teich auch Edelkrebse züchten, ist ein weiteres Argument für einen Besuch. Ausgezeichnet auch die Weinkarte. Der glasweise ausgeschenkte Welschriesling aus Retz war ein guter Begleiter.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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