Detailansicht 2012

2011
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Frau Kim kocht nicht nur, sie gewährt auch gerne Einblick in die Geheimnisse ihres Schaffens am Herd, einer gekonnten Mischung aus Asia-Einflüssen plus bester Qualität plus hie und da ein Zitat europäischer Gebräuche. Sie schreibt Bücher, die dann Bestseller werden. Sie gibt Kochkurse, deren Teilnahme unter den Wiener Hobbyköchen gehandelt wird wie Kaviar aus Persien. Letztens eröffnete sie einen cool designten Stand in der exklusivsten Region des Naschmarkts, wo samstags kleine Koch-&-Wein-Sessions vor Publikum abgehalten werden. Hier gibt es auch Gewürze zu kaufen wie Kims asiatisches Pesto, das wunderbar zum Fisch passt. Und man könnte meinen, die Wiener wären dank dieser vielfältigen Unterstützung jetzt schon im Stande, zu Hause so zu kochen, wie Kim kocht. Doch man hört und staunt nicht wirklich: Das kleine, edel gestaltete Restaurant ist bestens gebucht. Liegt es an den günstigen Preisen? Wohl eher an der Qualität. Denn es braucht halt schon ein bisschen mehr als ein gutes Rezept, um Dinge auf den Teller zu zaubern, wie es Kim und ihre Kochmannschaft vor den Gästen in ihrer kleinen Schauküche tun. Ein Salat aus Lemongrass und Mango gerät zu einer bunten Aromenbombe, darauf perfekt gebratener Thunfisch mit Sesam. Wunderbar. Fisch und Kokos, Garnelen und Mango, alles wirkt logisch und schmeckt, wobei Kim dem Wiener Gaumen nie zu viel an Schärfe und Akzentuiertheit zumutet. Die Weinempfehlungen beziehen sich hier traditionellerweise auf den Wiener Süden, und Zierfandler und Kollegen machen sich immer ausgezeichnet zu Kims Kreationen. Bei ausgiebigem Konsum merkt der Gast dann doch, wie leicht die Kim’sche Küche ist – und fährt besser mit dem Taxi nach Hause.

2010
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


An internationalen Maßstäben gemessen, gibt es neben dem Steirereck nur ein Lokal, das Gourmet-Touristen anzieht. Oder besser: nur eine Köchin. Sohyi Kim ist einem Millionenpublikum durch ihre TV-Auftritte bekannt. Dass sie selbst in der Küche steht, verblüfft viele. Ihr Küche-Kupfer-Kabinett ist schnell gefüllt, die Reservierungsliste lang. Sie kocht asiatische fleischlose Küche nach den Fünf Elementen, Innovation und Lust aufs Experiment sind Programm, die Zutaten stammen größtenteils aus biologischer Produktion. Die Überraschungsmenüs werden in vier oder fünf Gängen mit Auswahl Fisch oder Meeresfrüchte angeboten. Kim selbst ist das Restaurant. Sie geht von Tisch zu Tisch und fragt die Gäste nach persönlichen Vorlieben wie Menge, Schärfegrad und Zutaten. Farbe, Form, Geschmack, Duft und Folge der Speisen kreieren ein Geschmackserlebnis von höchstem kulinarischen Niveau. Der facettenreiche Beginn erfolgte mit aufregenden Glasnudeln und Gemüse als Gruß aus der Küche. Es folgten dreierlei wunderbar ausgewogene Hamaci, Tatar mit Estragon-Kräutern und Wasabi-Rahmsauce, erfrischendes Sashimi mit Basilikum-Sauce und Rhabarber-Melonen-Salat sowie einer Frühlingsrolle mit Erdbeeren und Chili. Weiter ging es mit einem zarten St.-Petersfisch mit Reistalern auf Marillen-Chutney. Anschließend wurde eine fruchtig-feine Mangopolenta zu einem mit exotischem schwarzen Knoblauch gefüllten Seeteufel serviert. Die gebratenen Eiernudeln mit kurz gebratenem Tuna auf Zazai-Sauce sowie das Wokgemüse mit Gingko-Nüssen mit Heilbutt-Tempura im Kokosmantel vollendeten den Genuss, die feine Schokoladenmousse mit Schokoladentorte und Waldbeermarmelade war eine gelungene Zugabe. Die aus der umfangreichen Weinkarte empfohlenen österreichischen Weißweine wirken wunderbar ergänzend, der Service agiert sehr herzlich und kompetent. Der Besuch dieses kleinen Lokals ist ein einzigartiges Erlebnis, nicht nur für Liebhaber asiatischer Küche. Reservierung mehrere Wochen im Voraus, Restplätze auf Nachfrage.

2009
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Und wie sie kocht. Schöner und besser als je zuvor. Das Lokal, das nach dem Relaunch durch BEHF so international wirkt wie es Kims Asia-Cuisine immer schon war, wurde durch ein Extrazimmer für geschlossene Gesellschaften erweitert, ist aber insgesamt nicht größer geworden. Doch für ein Menü bei Kim in ihrer Manufaktur lohnt es sich auch, sich zwei Monate im Voraus auf ein Abendessen festzulegen. (Übrigens: Probieren Sie es auch spontan. Vor allem in der Zeit von 18 bis 20h ist manchmal auch kurzfristig ein Plätzchen zu bekommen.) Man startet mit einem Schälchen delikat zubereiteter Glasnudeln und einem fingerhutgroßen Glas mit Tomatengazpacho, die es gewürzmäßig schon mal in sich hat. Das Thunfischangebot in Wien hat sich in den letzten Jahren ja bemerkenswert verbessert, aber so gut wie hier bekommt man den Kaiser der asiatischen Fischküche nirgendwo. Winzige Würfel, butterzart, mit Aromasalzen und Gewürzen sowie kleinen Injektionsgefäßen, gefüllt mit Ölen und anderen fluiden Köstlichkeiten. Und dann nehmen wir einen Bissen vom mit Mangopolenta gefüllten Thunfischfilet - Aromaexplosion! Als Nächstes die Taschenkrebssuppe mit Gewürzen und Salzen, bestens. Süßwasseraal-Sauce, ein Ding, über dessen geschmackliche Breite man ganze Kompendien schreiben könnte, jedes Kügelchen vom scharfen Szechuanpfeffer scheint mit Kalkül eingesetzt, wenig dem Zufall überlassen. Und darin Avocadoreis, zubereitet wie Nigiri, belegt mit lauwarmem, gedämpftem Seeteufel, wiederum mit schwarzem Pfeffer bestreut. Dann Heilbutt, knusprig gebraten, bestreut mit Koriander, serviert mit gewürfeltem Apfel und Kürbis. Man kann eigentlich nicht genug bekommen. Das Mangosorbet und das von Ingwer und Schokolade - perfekter Abschluss. Kims Weinauswahl wurde an dieser Stelle schon oft gelobt. Wiederholungen sind nicht mehr notwendig. Was allerdings nicht oft genug wiederholt gehört, ist der Besuch in diesem Winziglokal, das jetzt endgültig zu den Schönsten und Besten der Stadt gehört.

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Kim kocht Sohyi Kim

„Kim kocht“ ist ein besonderes Lokal. Hier ist – seit mittlerweile zehn Jahren – kaum etwas so wie anderswo, und hier werden Umstände akzeptiert, die anderswo auf der Welt zwar längst gastronomische Selbstverständlichkeit sind, in Österreich aber noch Empörung bis Ablehnung hervorrufen. Lange Reservierungsdauer etwa oder die Zweimal-Belegung des abendlichen Tisches. Sohyi Kim, diese überaus fleißige Frau, deren Kreativität und Schaffenskraft ihren Fleiß noch zu überflügeln scheint, ist eine der ganz, ganz wenigen, die dem österreichischen Publikum so etwas zuzumuten vermag. Das liegt an ihrem Charisma, an ihrem Charme und natürlich an ihrer speziellen Küche. Einer Küche der Kombinationen, der Aromen, der Frische, der Überraschungen. Und der Variation ihres Lieblingsthemas Thunfisch, der in ihren beiden Menüs – Fisch und Meeresfrüchte – stets eine große Rolle spielt. Etwa in einer Etagere in drei Versionen serviert, süßsauer roh mariniert, angebraten und mit Hibiskus-Salz oder in Kombination mit Nudeln oder als spicy Tatar mit japanischem Rettich und Granatapfel und natürlich – der Klassiker des Hauses – in Kombination mit Grammeln, immer wieder fantastisch. Die gefüllte Seezunge mit Papaya, Amaranth-Sardinen-Risotto und Thai-Basilikum-Samen, mit etwas chinesischem Bärlauch-Öl und feinen Salzflocken serviert, schmeckte so wie sie aussah – ein Kunstwerk. Ein anderes mal kam sie mit Bitter-Zitronen im Backpapier gegart, großartig. Das Dry-aged-Filet mit Teriyaki-Sauce, Nudeln und Wok-Gemüse hinterließ dafür kaum den Eindruck der Besonderheit. Zum Abschluss eine Dessertvariation: Eis-Mango-Sorbet, Lemongras-Crème-brûlée und Schokomus mit Kokos, fein und elegant, wenngleich auch schon seit Jahren unverändert. Die Weinkarte erfreut mit großer Vielfalt und Getränken, die auf heimischen Karten sonst selten zu finden sind, hier aber die perfekte Begleitung darstellen.

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