Das junge, moderne Restaurant im ebenerdigen Gewölbe mit Café, Bar und Club nebenan liegt in der verkehrsfreien Fußgängerzone. Chef Reinhard Rauch kümmert sich persönlich um die Gäste, und die Weinkarte verrät, dass er ein Faible für erlesene Kreszenzen hat – für jede Kreation aus der Küche etwas Passendes. Genießer schätzen die regelmäßig wechselnden, saisonal zugeschnittenen, leichten Gerichte vorwiegend österreichischer Provenienz, die um mediterrane und asiatische Akzente bereichert werden. Raffiniert kombiniert der Einstieg: Mascarponeeis mit Parmesanchip, glacierte Tomaten, Olivenespuma und Basilikumbällchen im Tomatenstaub sowie Eierschwammerl-Terrine mit gebratener Wachtelbrust und Salatbouquet. Köstlich die Kräuterconsommé mit Eierschwammerlravioli, mutig, aber gut die hausgemachten Kaffeegnocchi mit Vanille-Chicorée und Orangenreduktion, ausgezeichnet die Ofenzwiebel mit knusprigem Zander im Speckmantel. Saftig die gebratene Perlhuhnbrust mit jungem Pfefferlauch und Rotweinrisotto, leider nicht mehr heiß serviert der etwas zähe Lammrücken unter Nusskruste mit geschmortem Paprika, Erbsenpüree und Erdäpfelgratin. Gelungen die Chili- und Zitronengras-Crème-brûlée mit Himbeersorbet und Erdbeerchutney, zu stark von Minze dominiert war die Erdbeersulz mit Honig-Vanille-Espuma und Rhabarbersorbet. Schöne Digestifauswahl!
Rauch Reinhard Rauch
Hier verbindet man gerne Kontraste: Gepolsterten Bänken stehen nach Nehmerqualitäten verlangende Holzsessel gegenüber und schaffen so unter den Kunden eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Gelungen ist die atmosphärische Symbiose aus Alt und Neu, auch wenn die kleinen Tische für manchen ein wenig zu eng gestaffelt sind. Schärfer werden die Kontraste wieder im Hinblick auf die Speisekarte, deren ansehnlicher Inhalt leider mit unnötigen Fehlern behaftet ist. Da ist es erfreulich, dass die Küche verschiedene geschmackliche Akzente harmonisch zu verbinden weiß. Die Kombination von Lachsforelle mit Staudensellerie mit Mango und Banane war kein Widerspruch, der „Bergpfeffer“ – gewürztes Joghurteis mit Schokomousse – durfte sogar als Highlight bezeichnet werden, wie die Desserts generell sehr ansprechend waren. Die feine Kartoffel-Wasabi-Suppe spaltete wieder die Geister, denn der großzügige Umgang mit dem Wasabi ist nicht jedermanns Sache, und der Tigerwels mit geschmortem Wildkräutersalat stellte solides Handwerk dar, aber nicht mehr. Günstige Mittagsmenüs bieten gehobenen Genuss zum kleinen Preis.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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