Der Chef des Hauses, Herr Gell, bestätigt, dass auch eine vorwiegend ländliche Küche kulinarische Ergebnisse erbringen kann, welche man sonst nur in der gehobenen Gastronomie erwartet. Damit entspricht er voll und ganz der aktuellen Entwicklung der Kulinarik. Die hohe Qualität der Grundprodukte und die ausgereifte Kochtechnik bei allen von uns verkosteten Speisen beeindruckten. Nach einem sehr schönen Gruß vom Haus, einem harmonisch abgeschmeckten Kohlrabi-Parfait und einem kalten Gurkensüppchen, delektierten wir uns an einem köstlichen Tafelspitzsulzerl auf Eierschwammerl-Gemüse-Salat sowie einem Rahmbeuschel, Letzteres von einer Finesse, wie man sie nur in den besten Häusern erwarten darf. Das Kalbsgulasch, sulziges Kalbshaxen-Fleisch in einer vollendeten Sauce, war kaum steigerungsfähig. Auch die übrigen Fleischgerichte, Medaillons vom Kärntner Milchkalb und ein Rumpsteak vom Kärntner Jungrind, waren auf gleichem Niveau: exzellente Fleischqualität, optimal zubereitet. Eine Eloge verdienen auch die Desserts: überbackene Topfenpalatschinke und Marillenknödel. Der sehr freundliche Service unterstrich den überaus positiven Gesamteindruck.
Drage Heinz Gell
Seit Jahren schon beweist der Hausherr Heinz Gell seine Kunstfertigkeit nicht allein im Aquarellieren, er vermag auch mit ausgereifter Kulinarik zu begeistern. Die diversen Moden (etwa alles auf Rucola anzurichten oder einfache Gerichte möglichst schräg aufzumotzen) haben hier nie eine Rolle gespielt, wenngleich es auch nie an der Raffinesse fehlte, die ländliche Küche zu etwas Besonderem zu machen. Und tatsächlich entwickelte sich das Menü auch diesmal zu einer Folge von Feinheiten: Ein leichtes Vergnügen der Küchengruß mit Zucchiniröllchen und Erdäpfel-Kernöl-Creme sowie die Gemüseterrine. Kernig die Lammwürstel mit grandios zwischen leichter Süße und angenehmer Schärfe ausbalanciertem Senfeis. Variationen vom Kärntner Laxn in zwei Gängen zu servieren, war ein hübscher Gedanke und auch perfekt ausgeführt – einmal als zarter Backfisch, dann gebraten (kaum gesalzen, aber da kann man sich helfen) auf knackigem Fenchelgemüse. Exzellent der Kalbsrücken, den nur der herzhafte Schwammerlsterz toppte. Und erst die Desserts: Balsamicoerdbeeren mit dreierlei Schoko (Mousse, Eis, Kuchen) verwöhnten sowie der wohl temperierte österreichische Käse.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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