Leider schwanken die Leistungen beim Puchegger-Wirt von Jahr zu Jahr. Eine Saison isst man hervorragend, in der nächsten kann es schon wieder vorbei sein mit den hohen Qualitätsansprüchen. Wir hatten dieses Jahr wieder einmal Pech. Das Risotto, mit Krebsschwänzen und gebratener Jakobsmuschel veredelt, schmeckte zunächst einmal tadellos. Doch das Entenleberparfait hätte sich mangels Aroma wohl in keine ambitionierte Küche getraut. Die gekochte Kalbszunge entschädigte angesichts deren Zartheit zwar wieder für das vorangegangene geschmackliche Desaster, der Zwiebelrostbraten mit frischen Eierschwammerln hätte sich auch noch das Prädikat befriedigend verdient, doch die zum Fleisch gereichten Serviettenknödel waren wohl schon einmal aufgewärmt worden und hatten eine bissfeste Außenschicht. Die Marillenknödel mit hausgemachtem Marilleneis beendeten unser Mittagessen zwar erfreulich, doch summa summarum ist das keine Haubenleistung. Wir bauen auf kommendes Jahr.
Puchegger-Wirt Johann Puchegger
Unmittelbar gegenüber dem kleinen Bahnhof von Winzendorf empfiehlt sich der Puchegger-Wirt für einen entspannenden Aufenthalt, auch wenn man gelegentlich von einem anhaltenden Zug abgelenkt wird. Saisonale Gerichte findet man ebenso wie Wirtshausklassiker auf der kleinen Speisekarte und die Weinkarte kann man durchaus als interessant bezeichnen. Die pikante Entensuppe mit Wan Tan war zwar nicht wie erwartet eine klare Suppe, sondern leicht angedickt. Der frische Koriander und eine reichliche Einlage sorgten jedoch für einen angenehmen Geschmack. Ebenso zeigte die Küche bei der Mousse von Eierschwammerln und dem gebratenen Rehfilet, dass man hier mit Gewürzen gekonnt umgehen kann. Beim Rostbraten hätte mehr Salz und Pfeffer allerdings nicht geschadet. Die abschließenden flaumigen Topfenknödel mit Kirschfüllung entschädigten aber eindeutig für diesen kleinen Ausrutscher. Exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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