Dieses alteingesessene Hotel-Restaurant setzt auf sehr freundlichen Service in einem gepflegten Rahmen und auf eine bemühte Küche. Zum Gedeck und Gebäck wurde Kräuteraufstrich gereicht, gefolgt von etwas italienischem Schinken mit Grissini. Die Artischockenmousse erfreute mit ihrer sehr feinen Konsistenz, begleitet von gut marinierten Kirschtomaten. Die Frühlingskräutersuppe geriet hingegen mehlig-dicklich und hätte mehr Kräuter vertragen. Der Zander in Safran-Tomaten-Butter hatte Erdäpfel, Karotten und Spargel als Beilage, wobei Letzterer mit dem Fischmesser nicht zu schneiden war. Zum gebratenen Lammrücken mit (nicht sichtbarer und nicht schmeckbarer) Kürbiskernkruste gab es als Beilage halbmondförmige Rösti, gebraten als eine Art Datschi, eher cremig als knusprig. Das Lamm war von wunderbar zarter Qualität. Ausgezeichnet dazu schmeckte auch das klein gehackte mediterrane Auberginen-Paprika-Gemüse. Das Tobleroneparfait kam in Begleitung einer grellen, türkisen Sauce, deren Farbe offenbar Minzgeschmack signalisieren sollte. Das Spargeleis war als solches eindeutig zu erkennen. Die Beerengarnitur litt natürlich noch unter der fehlenden Sonneneinstrahlung 2010.
Bristol
Grand-Hotel-Atmosphäre umhüllt den Gast in diesem traditionsreichen Salzburger Stadthotel noch immer wohlig, auch wenn der große Glanz schon etwas abgewetzt scheint. Aber tiefe rote Teppiche, grandiose Luster, mächtige Bilder, diskrete Musik und lautlos schwebende, zuvorkommende Kellner machen den Aufenthalt hier schon zu einem Erlebnis. Das Speisenangebot reicht von einem einfachen Business Lunch zu Mittag bis zu ausladenden Abendessen. Der Alltag aber ist von erstaunlicher Einfachheit. Wohl machen etwa Gänseleberparfait und Riesengarnelen etwas her, aber was auf dem Teller liegt, ist für ein Grand-Hotel doch etwas dürftig: Lammrückensteak und Flugentenbrust kommen eher langweilig daher, und Wiener Schnitzel, Schulterscherzl und Zwiebelrostbraten erscheinen im Glanz eines ersten Hauses doch eher dürftig. Ein Blättchen Hirschfilet als Gruß aus der Küche kam klamm, offenbar direkt aus dem Kühlschrank. Die Seezunge meunière war ordentlich, aber wie sie so einsam auf dem Teller lag, ohne Dekoration, das erschien uns denn doch etwas lieblos. Der Apfelstrudel zum Ausklang war dann tadellos. Schön, aber spannend ist anders.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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