Ganz ordentlich ist das Kulturprogramm, das Gerhard Satran jeden Sommer auf der Burgruine Finkenstein anrichtet. Als Koch in Ossiach hat er aber entschieden mehr drauf. Zu sehen, mit welch gut gelaunter Souveränität Satran am offenen Feuer mit Blickkontakt zu seinen Gästen werkt, mit welch lässiger Kompetenz er die fangfrischen Süßwasserfische und Meeresfrüchte zubereitet, ist eine Freude. Ob gekocht, gedünstet, gebraten, gegrillt – die Fischspezialitäten überzeugen durch die Bank. Das Hendl schmeckt, als sei es vor fünf Minuten noch im Garten herumgelaufen, exzellent das Kitz, handfest der Schweinsbraten. Applaus auch für die Vorspeisen (Gemüse, Pasteten, Fleisch und Fisch mariniert), die man selbst vom Buffet holt. Hervorragend ist die Qualität des Brotangebots. Bei den Weinen dominieren die Österreicher, ergänzt durch Raritäten aus Slowenien und Italien. Die Preise sind moderat. Die Multi-Kulti-Servicebrigade ist klein, aber oho, perfekt in Schwung gebracht von Satrans Partner Mirel. Die um 900 erbaute Stiftsschmiede empfiehlt sich für einen ausgiebigen Brunch ebenso wie als kulinarische Ouvertüre eines Carinthischen Sommer-Abends.
Stiftsschmiede Gerhard Satran
An einem der schönsten Plätze Kärntens kann man wahlweise den Ossiachersee oder das über tausend Jahre alte Gebäude der Stiftsschmiede betrachten, bei Schlechtwetter oder in den kälteren Monaten wird man vom herzlichen und äußerst umsichtigen Patron Mirel in die behutsam renovierten Räume geleitet und kann der Zubereitung der Hauptspeisen an der Esse zusehen. Solche Offenheit traut sich nur, wer ausschließlich frische Zutaten verwendet, die Ergebnisse können sich sehen und schmecken lassen. Sowohl das stets frische, geschmacklich ausgezeichnete Vorspeisenbuffet als auch die fein aromatische Fischsuppe bereiteten auf den eigentlichen Zweck des Besuchs vor – von Saibling über Huchen oder Lachsforelle bis hin zum Waller wird hier seit Jahr und Tag jeder Wasserbewohner individuell gewürzt, perfekt gegart und zumeist von gebratenen Erdäpfeln und Gemüse begleitet. Wer keinen Fisch mag, wird mit wechselnden Gustostücken von Rind, Schwein oder Huhn erfreut. Kreativität ist anders, aber konstant hohe Qualität hat auch ihren Wert, wie zu guter Letzt die Desserts zeigten: Noch besser als die feine Mousse au Chocolat schmeckte der intensive, nicht zu süße Kirschenstrudel. Freundliche Bedienung, kompetente Weinberatung.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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