Nun hat sich doch einiges geändert im Hirschenwirt. Bis auf zwei ausgezeichnete Biere hat man sich vom Bio-Anspruch getrennt und sich auf österreichische Produkte beschränkt. Das müsste an sich ja keine unmittelbare Auswirkung auf das Küchenangebot haben. Was allerdings bei unserem Besuch auf den Tisch kam, ließ uns nicht mehr an die Haube denken. Die Frittatensuppe war nicht weiter erwähnenswert, die warmen Räucherlachspofesen mit marinierten Gurkennudeln schmeckten dafür recht gut und machten uns erwartungsfroh. Doch enttäuschend dann die bodenständigen Hauptgerichte: Der Champignonrostbraten entpuppte sich als ein dünnes, trockenes Stück Fleisch, das Fiakergulasch wurde mit der falschen Beilage serviert und erinnerte in nichts an ein Gulasch. Hellrosa Saft ohne Würzigkeit und Geschmack umkränzte mehrere Stück Rindfleisch. Die gebackenen Apfelradln mit Vanillesauce und Eis konnten ebenfalls nicht trösten. Immerhin ordentliches österreichisches Weinangebot, auch glasweise.
Hirschenwirt
Der traditionelle Hirschenwirt in der Bahnhofsgegend hält seinen Ruf als gemütliches und preiswertes Gasthaus mit einer treuen Stammkundschaft seit vielen Jahren. Dass ein Tisch mit jungen Amerikanern besetzt war, lässt vermuten, dass der Hirschenwirt auch schon als echtes Salzburger Gasthaus mit Erlebniswert empfohlen wird. Nicht zu unrecht: Der Schweineschopfbraten mit Kümmel-Schwarzbiersauce, Sauerkraut, Semmelknödel und Radisalat dürfte bei zarten Gemütern anhaltende Erinnerungen auslösen. Wir wählten eine Fischvariation aus Rotbarbe, Zander und Garnelen, die uns allerdings nicht überzeugte: Lieblos auf dem Teller aufgehäuft. Nicht die feine Klinge, aber brauchbare Verköstigung.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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