Detailansicht 2011

2010
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das rührendste Relikt des ehemaligen Rhomberg-Fabrikareals ist das pinkfarbene Fachwerkhaus, das im elegant dekorierten Inneren das Restaurant beherbergt (oder eben bei Schönwetter im Gastgarten). Der neue Küchenchef Stefan Gmeiner, der sich selbst als „Junger Wilder bezeichnet, setzt auf eine kreative internationale Linie, die ihm zumeist gut gelingt. Innovativ waren das würzig marinierte Carpaccio vom Serviettenknödel mit gebratenen Pilzen, nicht minder die butterzarte Jakobsmuschel auf atlantischem Meeresgemüsesalat mit Balsamico von roten Äpfeln. Überzeugen konnte auch die Karotten-Fenchelsuppe mit edlem Arganöl. Ebenso wie die saftige Maishühnchenbrust auf bissfestem Pilzrisotto, fantasievoll garniert mit Thymianbutter und Portweinsauce. Die Kalbsmedaillons waren mehr als rosa gebraten, begleitet von mit Hibiskusblütensauce geschichteten Basilikumerdäpfeln. Mediterran inspiriert war das Finale – das leider etwas pampige Pistazienmousse mit eingelegten Zwergorangen mit Kakteenfruchteis. Insgesamt gesehen sitzt die Haube fest und verdient der spielerische Ansatz des Chefs weitere Beachtung. Lobenswert auch der kompetente Service und die Weinkarte.

2009
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Moderne Küche mit Ansätzen der Molekulargastronomie ist hier angesagt, wobei Küchenchef Peter Reis feine Geschmacksnerven beweist. Unerwartete und originelle Kompositionen überraschen, sind aber sehr gut aufeinander abgestimmt. Auch Bekanntes gibt es in kreativer Form, zum Beispiel Vitello tonnato als Kalbsmedaillons (die zarter hätten sein dürfen) mit Thunfischschaum und Kaperngelee oder Tomatenmousse auf Mozzarellaschaum. Interessant auch die an Tee erinnernde Bergwiesen-Consommée oder der Lammrücken mit Schokoladenaromen in der Kräuterkruste und hervorragenden Süsskartoffeln. Ebenfalls gelungen das Kalbspaillard mit Erbsenrisotto, wobei das dominante Grillaroma des Fleisches das Risotto zum Statisten degradierte. Auch bei den Desserts setzt sich der Stil des Hauses fort. Die mutige Kreativität der Küche verdient Lob, dass sich auf der Rechnung von weit über 100 Euro aber ein halber Liter Leitungswasser - praktisch überall eine kostenlose Selbstverständlichkeit - zum Preis von einem Euro findet, könnte von manchem Gast als Unverschämtheit empfunden werden.

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Faerber's Nikolaus Lorenzin und Nadja Künzle

Das nostalgisch-charmante Fachwerkhaus liegt eingezwängt zwischen hohen, sterilen Bürokomplexen, hat aber trotzdem einen angenehmen Garten und überrascht innen teilweise mit ganz spezieller Atmosphäre. Wir bestellten zartes Carpaccio vom Ländle-Rind mit Bergkäsespänen und einem deutlichen Übergewicht an Rucola und erfreuten uns an saftigem Bio-Hühnerbrüstchen mit Tomaten und sehr gutem Büffelmozzarella sowie Erdäpfelmikado – eine Art feiner Krokette, die ganz hervorragend gelungen war. Eher enttäuschend, weil ausgesprochen trocken, fanden wir die rustikalen, mit Bergkäse gratinierten Schweinsmedaillons, deren Kräuterspätzle den Namen mehr als verdienten: Wie schon beim Rucola wurde hier des Guten zu viel getan. Der Gugelhupf von halbgefrorener Schokolade mit Kirschragout und Ingwersauce mundete, war tatsächlich aber ein ganzgefrorener, der nach Mut und schwerem Werkzeug verlangte. Begeisternd elegant und von hoher Klasse präsentierten sich dafür die luftig-leicht gebackenen Grießknödelchen auf karamellisiertem Marillenröster. Die Auswahl an Weinen, feinen Spirituosen und Zigarren darf als überdurchschnittlich bezeichnet werden.

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