Detailansicht 2012

2011
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Es ist schon ein paar Jahre her, dass Erich Pucher von seinen Weltreisen zurückkehrte und auf der Stolzalpe seine „Rahmhube" betrieb. Seit geraumer Zeit arbeitet der „Koch von Welt" im Hotel Lercher und schuf hier in Kooperation mit Hotelier Adolf Lercher abseits des hoteleigenen Wirtshauses mit Ritterstubenflair ein kleines, geschmackvolles Miniatur-Restaurant mit fünf Tischen und Panoramafenster. Pucher kombiniert hier in zwei Degustationsmenüs regionale Produkte mit internationaler Edel-Ware und Rezepturen, die durchaus ein wenig retro wirken – jedoch mit zeitgemäßem Appeal. Carpaccio von der Taube zum Beispiel, mit einem kleinen Turm aus Taubenragout und Gänseleber, große Klassik und köstlich, wenngleich die dünn geschnittene Taubenbrust völlig unterging. Ähnlich chancenlos war das Forellentatar beim Carpaccio vom geräucherten Hirsch mit einem viel zu süßen Chutney, das die Forelle zur Eiweiß-Trägersubstanz reduzierte. Und die Balsamico-Reduktion bitte überhaupt weglassen. Sehr fein dann der Heilbutt mit Zwiebelragout-Fülle in Bauernspeck auf Weißkrautpüree – klingt konfus, ging sich aber ganz exzellent aus. Und die Kräuterschaumsuppe – viele Kräuter, wenig Schaum, wunderbar – mit Lachsforelle und Wachtelei war überhaupt eine der besten ihrer Art. Warum das Lammfilet vom regionalen Produzenten so kernig im Biss und so neutral im Geschmack sein musste, war nicht ganz klar, die weiße Polenta mit Blattspinat drängte sich aromatisch auch nicht gerade in den Vordergrund. Entsprechend der Kleinheit des Restaurants sind Empfang und Service überaus herzlich und persönlich. Die Weinkarte ist enorm, interessant vor allem die Auswahl gereifter Weine, die unter „Raritäten" laufen.

Das Hotel Lercher ist nicht nur eines der ältesten Häuser in Murau, sondern auch das erste am Platz. Direkt unter dem Schlossberg gelegen, bietet es zeitgemäßen Hotelkomfort auf Vier-Sterne-Niveau, außerdem einen kleinen, keineswegs übertriebenen Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad, Solarium und mehr. Das Hotelrestaurant offeriert gute Regionalküche, im kleinen Spezialrestaurant Panorama wird auf hohem Niveau gekocht.

2010
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Eine zierliche Escalivada (Salat aus geröstetem Gemüse, Anm.), köstlich zur geräucherten Entenbrust, ein perfekter Kalbsbriesknödel mit Krebsschwanz und Eierschwammerln: So souverän wird man in der steirischen Gastronomie nur von Erich Pucher begrüßt. Der Küchenchef in Lercher’s Panorama, der nebenher eine große Wirtshausküche leitet, legt mit Gerichten wie geräuchertem Hirsch mit Jakobsmuscheltatar auf mariniertem Seegras unangestrengte Klasse an den Tag und lebt seine Liebe zum barocken Überschwang in der Präsentation aus, schmückt die (stark salzige) Schaumsuppe vom Camembert mit Blüten, Blättern, farbigen Öltropfen und muss sich trotzdem keine Effekthascherei nachsagen lassen. Denn beim wunderbaren Wolfsbarsch mit erstaunlich grazilem Oktopusrisotto, bei den Riesengarnelen mit Safrankarfiol agiert er ganz puristisch, verschränkt klare Aromen mit Finesse. Dass nach so konzentrierter Feinarbeit die Rahmdalken mit Waldbeeren zu dunkel und insgesamt etwas grob gerieten, verzeiht man da gern. Dass Stammgästen in dem winzigen Lokal die Mitnahme riesiger Hunde erlaubt wird, nicht ganz so gern. Zügiger Service, exzellente Weinempfehlungen von der solide sortierten Karte.

Im mittelalterlichen Städtchen Murau ist der Gasthof Lercher eines der führenden Häuser. Sowohl im Haupthaus als auch im Neubau sind die Zimmer gemütlich und komfortabel eingerichtet, teilweise mit Balkon. Im kleinen Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad, Solarium, Massage und Beauty kann man nach Wanderungen, Radtouren oder Skitouren herrlich entspannen. Für Tagungen stehen vier Räumlichkeiten zur Verfügung.

2009
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Unkundige sind stets überrascht, dass sich im traditionellen Murauer Gasthof Lercher eines der kleinsten, aber (nicht nur Steiermark weit) besten Gourmetrestaurants befindet, Wiederkehrende werden vom Patron und Maître Adolf Lercher persönlich begrüßt und betreut. Und wer kommt angesichts der formidablen Küche von Erich Pucher nicht gerne wieder? Zwei Menüs stehen zur Wahl, doch Vorsicht: Pucher macht sich einen Spaß daraus, seine Gäste mit bis zu drei zusätzlichen Gerichten vorweg zu überraschen, sodass bei so manch kleinerem Esser schon vor Beginn der eigentlichen Menüfolge - mit feiner Seezunge mit Mango-Hummer-Bisque, gefüllter Taubenbrust und Zweierlei vom Almochsen mit Eierschwammerln, Cremepolenta, Artischocken und Sellerie - ein gewisses Sättigungsgefühl eingetreten ist. Dennoch wollten wir den gebackenen Parasol mit Steinpilzen, Wachtelei und Kresse, die Gänseleber mit Chips und Nussbrioche sowie Oktopus im Strudelblatt mit Scampi und Wasabimousse keinesfalls missen, widmete Pucher diesen gar nicht so kleinen Kleinigkeiten vorneweg doch seine besondere Aufmerksamkeit. Treffsicher gelingt es ihm auch, neue, harmonische Kombinationen zu kreieren, etwa einen geräucherten Hirsch mit Jakobsmuschel und Ananas-Paprikaconfit zu verbinden, wobei Bodenhaftung gewahrt wird. Herr Lercher zeigte sich dem Wunsch nach glasweiser Weinbegleitung des Menüs stets aufgeschlossen und öffnet großzügig viele Bouteillen. Bloß die Nachspeisen können nicht ganz mithalten. Statt Petits fours brachte uns Pucher himself Mascarinoeis auf Rumweichseln mit Schokobiskuit als Vordessert, dem dann Nusstascherln auf Schwarzbeerröster mit Apfelsülzchen folgten, denen allerdings die Feinheit fehlte. Doch wie wir Pucher kennen, packt ihn vielleicht der Ehrgeiz und wir können uns beim nächsten Mal über besonders subtile Süßigkeiten freuen.

Der Murauer Gasthof Lercher - eines der führenden Hotels in Murau führt diese selbst gewählte Bezeichnung zu Recht, denn trotz sehr schöner und komfortabler Zimmer im Neubau (ostseitig gelegene verlangen!) ist man der gutbürgerliche Treffpunkt vieler Einheimischer und Touristen geblieben. Ein kleiner Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Solarium sowie das hauseigene Restaurant "Lercher's Panorama", eines der besten der Steiermark, beweisen, dass im persönlich von der Familie Lercher geführten Haus die Zeit nicht stehengeblieben ist.

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Lercher's Panorama Dagmar und Adolf Lercher

Nun sind es bereits zehn Jahre, die Erich Pucher in Diensten der Familie Lercher verbracht hat und deren alteingessenem Hotel mit dem kleinen Abendrestaurant Lercher’s Panorama das beste Restaurant der gesamten Obersteiermark beschert. Durch die beiden angebotenen großen Menüs zieht sich als quasi roter Faden Kreativität, Aromenvielfalt und die Kombination von Region und Meer. Wer beim Couvertpreis von sechs Euro schluckt, dem sei verraten: Es gibt hier neben dem Üblichen bis zu drei Amuses zu Beginn, die Pucher persönlich serviert und sich über die Ahs und Ohs der Gäste ehrlich freut. Die Käferbohnen-Obers-Schwammerl-Terrine mit Tafelspitztatar und Wachtelspiegelei geriet denn auch ganz wunderbar, übertroffen vielleicht nur noch von Lachs und Saibling, asiatisch angehaucht im Wasabimantel mit Sojasauce. Richtig los ging es dann mit einem Carpaccio von der Languste sowie zart-knackigen Scampi auf Nussöl-Karfiol und Langustinensauce. Hier zeigte sich Puchers Perfektion im Ausbalancieren der Geschmackskomponenten besonders gut. Einer etwas vordergründigen Krenschaumsuppe stand eine auch optisch großartige Suppe vom Dolcelatte mit Erbseneis und Birnenconfit gegenüber. Die Hauptgerichte stammen traditionell aus der Region, die mit (gebratenen) Wachteln, Reh- und Lammrücken auch beste Produkte zur Verfügung stellen kann. Und wenn die Küche dazu etwa klein geschnittenes Gemüse (im Strudelblatt) von schier unglaublicher Frische und Geschmacksintensität zaubert, weiß man, der Weg nach Murau hat sich jedenfalls wieder gelohnt. Schön, dass es hier noch einen Käsewagen mit gereifter Ware gibt. Fein auch die Desserts (Panna cotta mit Symphonie von der Erdbeere, Crème brûlée mit Holunder-Sauerrahm-Eis), wenngleich nicht ganz an das bisherige Niveau heranreichend.

im Hotel Gasthof Lercher

Das älteste Gasthaus von Murau beherbergt nicht nur das beste Restaurant der Stadt, sondern wartet auch mit etlichen Zimmern unterschiedlicher Ausstattung auf. Besonders empfehlenswert sind die kürzlich renovierten mit Blick Richtung Stolzalpe in völlig ruhiger Lage. Herr und Frau Lercher kümmern sich persönlich ums Wohl ihrer Gäste. Die allabendlich als Treffpunkt der heimischen Honoratioren fungierende Bar und ein kleiner Wellness-Bereich sorgen für bunt gemischte Gäste.

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