Bilder von Paul Haeberlin und Eckart Witzigmann schmücken die Gänge des Restaurants Mitter. Da Haag weder München noch das idyllische Illhaeusern ist, hat es Albin Hawel mit Sicherheit schwerer, es seinen großen Vorbildern bzw. Lehrmeistern gleichzutun. Doch angesichts der Provinzialität der kleinen niederösterreichischen Gemeinde zeigte das Team rund um den Küchenchef, dass man Qualität auch auf regionaler Ebene erreichen kann. Wir hatten das Vergnügen, mit einer Sulz von Flusskrebsen zu beginnen und eine Rindsuppe zu verkosten, die man schon beinahe als perfekt bezeichnen kann. Bei den Rindsmedaillons mit Morchelsauce wurde das dünn geschnittene Fleisch leider zu stark gebraten. Der gebackene Apfelknödel auf Preiselbeersauce entzückte ebenso wie die vernünftig ausgefallene Rechnung.
Mitter Silvia und Albin Hawel
Gut besucht und preiswert ist der Mitter im Ortszentrum von Stadt Haag allemal. Von einstigen Höhenflügen war man jedoch auch dieses Jahr weit entfernt. Das Roastbeef mit Schnittlauchsauce war exzellent, die anderen verkosteten Gerichte hatten jedoch kleine oder größere Schwächen. Die Geflügelcremesuppe etwa schmeckte kaum nach dem angekündigten Curry, dafür nach dem als Bindung verwendeten Mehl. Passabel war das geschmorte Schulterscherzl, das Kalbsrückensteak punktete jedoch leider nur mit der Fleischqualität. Die Morcheln, die als Krönung dienen sollten, waren in einer versalzenen, undefinierbaren dunklen Sauce erwärmt worden, schade um die edlen Pilze. Der Kokospolster mit karamellisierten Bananen als Dessert war ein versöhnlicher Abschluss eines nicht ganz gelungenen Besuches.
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