Dieses Jahr verließen wir den Mühltalhof nicht ganz überzeugt. Für diesen Umstand verantwortlich war nicht nur der hektische Service, der die bestellten Speisen in weltrekordverdächtiger Geschwindigkeit servierte, sondern auch die Küche, die bei der Zubereitung nicht gänzlich souverän wirkte. Das Hühnerleberparfait mit Mirabell-Honig-Gelee war gut gewürzt, das Rosmarinbrioche dazu kalt, ziemlich fett und auch noch nicht ganz fertig gebacken. Das in Zweigelt pochierte Ei war hingegen auf den Punkt gegart und der Cremespinat mit Kalbskopfcrostini Gott sei Dank eine erfreuliche Vorspeise. Zwiespältig ging es auch mit den Hauptspeisen weiter: Das Lachsforellenfilet mit Leinölsabayon und Forellenkaviar erzeugte angesichts seiner Perfektion ein Lächeln auf unseren Lippen. Die ebenfalls verkosteten Schweinsmedaillons auf Erbsensauce waren leider völlig durchgebraten und daher zu trocken. Dem dazu servierten Erdäpfel-Grammel-Schmarren fehlte leider fast gänzlich die notwendige Ration Salz. Die lauwarme Schokoladetarte war hervorragend, rettete die zweite Haube aber nicht.
Den besonderen Charakter des Hauses merkt man bei jedem Schritt. Hier ein ins Auge springendes Gemälde, da eine witzige Statue, dort ein anderes künstlerisches Kleinod. Dazu gesellen sich die modern gestylten Zimmer mit dem Komfort der heutigen Zeit und ein schöner Blick auf die behäbig dahinfließende Mühl.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Kommentare werden geladen...