In der Ortsmitte von Ebbs nahe Kufstein liegt das Gourmetrestaurant Unterwirt. In den gemütlichen Stuben mit fein gedeckten Tischen oder auch im prachtvollen Romantikgastgarten mit Blick auf das Kaisergebirge genießen die Gäste das wunderbare Ambiente. Die traditionelle Küchenlinie wird mit internationalen Genüssen kombiniert. Das Amuse bouche, eine Fetakäseterrine mit Rösti, stimmte uns gut darauf ein. Das karamellisierte Karottenschaumsüppchen war fernöstlich parfümiert und wurde mit geräucherter Bachforelle serviert. Danach folgte ein dekorativ angerichtetes Tatar vom Bachsaibling mit seinem Kaviar und Rettich, ein wenig Würze fehlte allerdings. Der Wiener Tafelspitz zeigte ausgezeichnete Fleischqualität und wurde klassisch mit Röstkartoffeln und Blattspinat serviert. Dazu ein sehr frischer Apfelkren, leicht säuerlich mit angenehmer Schärfe. Überzeugend auch das Duett von der Schokoladecreme, optisch sehr ansprechend und geschmacklich ein Genuss. Freundlich und professionell agierte Herr Franz im Service und empfahl den passenden Wein aus der gut sortierten Weinkarte, die eine schöne Auswahl vorwiegend österreichischer Weine bietet.
Unterwirt Anni und Edmund Steindl
Ebbs liegt am nordöstlichsten Zipfel Tirols und damit gerade noch im Bundesgebiet. Glücklicherweise, denn der Unterwirt ist seit Jahren so etwas wie ein Fels in Tirols kulinarischer Brandung. Die Stube ist rustikal mit modernen Elementen, das Interieur deftig. Bei Schönwetter empfiehlt sich der Garten als Ort der Stille und Kraft. Mit Liebe zum Detail arrangierte Kunstobjekte sorgen für entspannte Atmosphäre. Das Menü war kreativ, leicht, facetten- und abwechslungsreich. Ein großes Vergnügen also. Auch der Gruß aus der Küche sollte erwähnt werden: Panna cotta vom Sellerie mit lauwarmem, gepökeltem Mangalitzabauch. Das roh marinierte Rindsfilet mit Spargel, Artischocke und Erdbeeren ist auffällig grob geschnitten und hebt sich so angenehm von klassischen Carpaccio-Varianten in immer wieder ärgerlicher monomolekularer Schnittstärke ab. Unbedingt empfehlenswert. Genauso wie das Duett vom Kaninchen mit Mohnschupfnudeln und Papayasalsa. Das Filet butterweich und auf den Punkt gegart, das Geschmorte mit grandioser Bratensauce. Die Schupfnudeln dazwischen sind zweifelsohne eine Überraschung, allerdings eine ausgenommen positive. Die Weinauswahl ist in Ordnung, wirkt aber uninspiriert.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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