ber den Brenner sind es von Innsbruck nur wenige Kilometer, bis man Italien erreicht. In der Trattoria da Peppino serviert man jedoch nicht die nahe Südtiroler Küche, sondern setzt hauptsächlich auf die auch bei uns hoch geschätzte Mittelmeerküche. Das Ambiente hält sich ebenfalls an diese Vorgaben und verzichtet auf Steinbock und Gams als Dekoration, sondern setzt mit schwarzweißen Bildern eher auf den gewinnenden Don-Camillo-Effekt. Es verwunderte uns also nicht, dass wir auf dem Tisch Grissini vorfanden und sich der Service mit typisch italienischem Verkaufstalent um unser Wohlbefinden kümmerte. Die Spaghetti mit Vongole hätten uns mit mehr Pep zwar besser geschmeckt, überzeugten hinsichtlich der Bissfestigkeit jedoch mit der erwarteten italienischen Perfektion. Die mündlich empfohlene Seezunge vom Grill wurde von mutig gewürztem Blattspinat begleitet, die ebenfalls verkostete Goldbrasse begleitete eine harmonische Tomaten-Kapern-Sauce. Zum durchschnittlichen Tiramisu durfte es diesmal neben einem kräftigen Espresso auch ein kleiner Grappa sein. Beim Digestif vermissten wir – auch angesichts des verlangten Preises – die südländische Großzügigkeit, die Flasche nach dem Einschenken am Tisch zu lassen. Österreich ist eben nicht Italien.
Trattoria da Peppino Marchese Pino & D’Aló Fausto
Sind das spannende Gegensätze! Einerseits das romantische Gässchen ein Stück Tirol, andererseits das Ambiente im Lokal authentisches Italien: die Dekoration, die Ober, die Speisekarte und die – fair kalkulierte – Weinkarte, typischer kann man es in unserem südlichen Nachbarland auch nicht finden. Empfangen wurden wir herzlich, der Service war flott in jeder Beziehung. Die Küche hielt Linie, ihr Stil erwies sich als kompromisslos mediterran. Waren die gebratenen Austernpilze noch etwas trocken und mussten nachgewürzt werden, so gefielen uns die Tagliatelle mit schwarzen Trüffeln schon besser; sie waren saftig und elegant im Geschmack. Das Glanzlicht des Essens war aber der in der Salzkruste zubereitete und am Tisch filetierte Wolfsbarsch: frisch wie sonst nur in maritimen Gefilden, traumhafte Konsistenz und geschmacklich veredelt durch ein Sugo aus Olivenöl, Zitronen und Basilikum. Zu diesem Hochgenuss trugen auch die Zutaten – köstlicher gebratener Grieß, Polenta und würziger Blattspinat – bei. Die Desserts, eine hauchzarte Panna cotta und ein erfrischendes Limonensorbet, ließen den Abend stilgerecht ausklingen.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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