Das größte Kaffeehaus Wiens liegt direkt an der Fiaker-Route, im Eingangsbereich sitzt ein Peter Altenberg aus Pappmaché (wenngleich das Central, in das sich der Literat damals seine Post schicken ließ, eine finstere, verrauchte Höhle war...), insgesamt also sehr dazu geeignet, ein touristischer Anziehungspunkt zu sein. So war das auch die längste Zeit, was sich in einer Speisekarte äußerte, die irgendwo zwischen international und verzichtbar pendelte. Mit Herbst 2009 beschloss das Management (das Café gehört zur Unternehmensgruppe von Karl Wlaschek), das jetzt einmal anders zu machen, und holte Manfred Stockner als Konsulenten. Dass der Mann eine Ahnung von der Wiener Küche hat, bewies er über Jahre hinweg im „Zum weißen Rauchfangkehrer“, und auch wenn er hier nicht auf die exklusiven Edelzutaten zurückgreift, so zeigt sich die kulinarische Qualität des Café Central plötzlich schon ganz anders: die Fleischstrudelsuppe in Form einer exzellenten, kräftigen Bouillon mit hervorragend gemachter Einlage, gebackenes Ei (kernweich) mit Erdäpfel-Lauchpüree und einem bemerkenswerten, hausgesurten Beinschinken vom Kalb oder Lachsforellenfilet, knusprig auf der Haut gebraten, mit Blattspinat und Pasta (diese allerdings etwas unnötig), der ein Pilzfond den gewissen Kick gab. Wir können uns nicht erinnern, schon einmal so in einem Kaffeehaus gegessen zu haben.
Café Central Alfred Flammer
Das legendäre Literatencafé mit einmaliger Architektur im Palais Ferstl war in seiner über 130-jährigen Geschichte schon immer ein beliebter Treffpunkt für Persönlichkeiten wie Peter Altenberg, der als Pappmachéfigur im Eingangsbereich die Gäste begrüßt. Küchenchef Manfred Stockner bietet eine ausgezeichnete Wiener Küche mit feinen À-la-carte-Gerichten und täglich wechselnden Mittagsmenüs zu günstigen Preisen an. Nach einem sehr guten Wiener gemischten Salat mit Erdäpfeln, Gurken und Blattsalat zeigte sich die kulinarische Qualität bei der glasierten Lammstelze mit gebratenem Spargel und Parmesanauflauf. Auch die Gemüselasagne schmeckte sehr gut. Das Café wird seinem Anspruch, feinste hausgemachte Patisserie anzubieten, durch den traditionellen Milchrahmstrudel mit Vanillesauce und den berühmten Kaiserschmarren vollkommen gerecht. Auch die leichte Melange von Himbeere und weißer Schokolade im Glas gefiel ausgezeichnet, man merkt, dass der Star-Patissier Pierre Reboul hier einen durchaus ebenbürtigen Stellenwert besitzt. Freundlicher Service mit guter Beratung bei der Auswahl der typischen Wiener Gerichte und der zahlreichen köstlichen Kaffees mit feinen Likören.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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