Wenn Patron Gottfried Bachler mit seinem Käsewagen anrollt, dann glänzen seine Augen, und der eloquente Küchenchef des gemütlichen Restaurants erzählt über seine Reisen durch die Käsewelt Europas. So endet ein genussvolles Speisen im Hause zweier liebenswürdiger Wirtsleute – Ingrid, die Weinexpertin, Gottfried, der kreative Koch mit dem Hang zum bodenständigen Produkt. Wir begannen mit einem feinen Tatar vom Rind, ließen cremige Suppen von Spargel und Brennnesseln folgen, um beim Seesaibling auf „Topfenreingalan“ erstmals die Frage aufzuwerfen, mit welchen Genüssen fortzufahren und ob eine Steigerung noch möglich sei. Es folgten ein köstlicher Zander in der Nusskruste und passend zum Vorsommer mit kandiertem Kren auf Spargelstangen, die Fischsoße bot durch Kurkuma ein zusätzliches Geschmackserlebnis. Und wenn wir uns im Vorjahr ein wenig über die Desserts mokiert haben, so dürfen wir diesmal applaudieren: Das Spiel der Schokolade war ein köstliches, raffiniertes und erlebnisreiches. Dazu die perfekte Weinberatung durch die Wirtin. Ein Abend voll feinstem Wohlgefallen. Die beiden Bachlers haben eine zweite Haube redlich verdient.
Bachler Ingrid und Gottfried Bachler
Obwohl wir den Aufenthalt im idyllischen Gastgarten aus vergangenen Saisonen in bester Erinnerung hatten, fühlten wir uns auch im Inneren der schmucken Jugendstilvilla wohl, wozu der freundliche Empfang der charmanten Patronne sowie die engagierte Betreuung durch den eifrigen Piccolo wesentlich beitrugen. Trotz krankheitsbedingter Abwesenheit von Chef Gottfried Bachler agierte das Küchenteam auf gewohnt hohem Niveau, wenngleich der kreative Elan Anzeichen von Erschöpfung zeigte: So begegneten wir mit der Nusskruste zur Reinanke und dem Saibling auf Topfen-„Reingalan“ alten, wenn auch attraktiven Bekannten und auch das Dessertpotpourri ließ von der Crème brûlée bis zur Mousse au chocolat kaum einen Gemeinplatz gehobener zeitgemäßer Patisserie aus, wobei wir diesen Trend, Bewährtes zu kultivieren, krampfhafter Effekthascherei entschieden vorziehen. Nach wie vor beeindruckend präsentierte sich die – auch glasweise – Weinauswahl (wir waren mit dem Sauvignon Blanc von Sabathi sowie der Cuvée Carnuntum von Markowitsch bestens bedient) wie auch die gepflegte Tisch- und Gedeckkultur mit frischen Blumen und hausgemachten Brotsorten.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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