Man ist ja schon sehr gespannt. Die Familie Döllerer plant den Umbau des Hauses, der auch ein Ausbau sein wird. Einen Weingarten – begehbar – soll es geben, eine Weinbar, eine neue Rezeption, und als Herzstück des Hauses: eine neue Küche mit mehr Platz sowie ein neues Restaurant für die Freunde der Küche von Andreas Döllerer. Während das nicht weniger beliebte Wirtshaus einfach mehr Raum bekommt. Glas, einen Garten, alles, was der verwöhnte Gast halt so braucht. Kompliment für das Unternehmertum einer gastronomischen Vorzeigefamilie, auch in schwierigen Zeiten etwas Neues zu wagen. Das ist Andreas Döllerer ja seit einigen Jahren gewohnt. Seine Küche wies schon anfänglich Ecken und Kanten auf, was nicht jedermann gleich erklärbar war. Doch der junge Koch blieb bei seiner Philosophie: ausschließlich heimische Produkte, so nahe produziert wie möglich, aber bei den Rezepten alle Einflüsse und Strömungen der klassisch modernen Welt-Gastronomie. Dass man manche Ideen schon einmal woanders etwas ähnlich gesehen haben soll – wer sollte dem Cuisinier daraus einen Vorwurf machen? In unserer vernetzten Welt. Andreas Döllerer bezeichnet seine Küche als „Cuisine Alpine". Er bietet unterschiedliche Bergtouren an, in Menüform, je nach Lust und Appetit beziehungsweise Kondition des Gastes. Und der kann sich auf einige Sensationen einstellen. Amuses gueules, selten so unterhaltsam wie hier, ein kleines Feuerwerk an Ideen: Da kommt ein Stück heiße Holzkohle, Vorsicht, sagt der Service. Dazu ein Folienerdapfel aus dem 21. Jahrhundert. Köstliches Erdäpfelpüree mit einem Klecks Kaviar vom Salzburger Stör. Oder der in Lardo eingewickelte Saibling, roh, aus dem Bluntautal, der auf einem heißen Stein ein paar Sekunden ziehen darf. Saibling, als Carpaccio und gedämpft, mit einem Maccaron aus geräuchertem Saibling und einem klaren Extrakt aus Salatgurke. Eine Lachsforelle mit einem Tortelloni mit Ochsenschlepp, gekrönt von einem winzigen Crouton mit einer Markscheibe, tupfenartig arrangiertes püriertes Gemüse, aufgegossen mit einer Weltklasse-Rindsuppe. Bluntau-Waller auf Blunz’n-Krautwickler, auf dem Waller noch einmal Kraut, darauf ein ordentlicher Klecks Kaviar vom Stör aus Salzburg, dazu ein Schaum aus Sauerkraut und Kernöl. Ist der Mann wahnsinnig? Nein, er ist gut. Denn kein Element wirkt hier unpassend oder handwerklich anders als perfekt. Man muss es sagen. Wirkt der eine oder andere Teller dennoch vielleicht zu überladen? Das ist eine Geschmacksdiskussion auf höchstem Niveau. Dann großartig: die „Fette Henne", kein voluminöses Geflügel, sondern ein Kräutlein, das allerdings ein zartes Huhn begleitet, Perlhuhn mit einer sensationellen Interpretation des Themas Mais und Popcorn. Der Bergkäse von Ignaz Feuerstein ist eine fünffach gegliederte Dissertation zum Thema. Unter den Desserts: Bienenstich-Eis, die neue Salzburger Mozartkugel und die immer wieder göttliche Schokolade-Passionsfrucht-Kombi. Okay, genug gelobt. Doch beim Thema Weinkarte und Wein müssen wir es noch einmal tun: alleine die Auswahl an Halbflaschen – vorbildlich. Auch der Rest und der Service und alles überhaupt.
Großzügig, proper und modern sind die Zimmer des Hotels, in denen man vor oder nach dem Essen herrlich entspannen kann. Teilweise besitzen sie kleine oder auch größere Terrassen. Sonnenbad bei schönem Wetter also inklusive. Das Frühstück ist Döllerer-like, also alles da vom Leberkäse aus der benachbarten Metzgerei bis zu frischen Säften, herrlichen Schinken, Würsten und liebenswertem Service.
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
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