Detailansicht 2012

2011
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Jahr für Jahr wird Küchenchef Michael Sicher attestiert, dass er sich auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft befindet, und jedes Mal beweist er, dass er es noch eine Spur besser, noch einen Hauch kreativer kann. Ein Besuch in diesem Unterkärntner Tempel der Küchenkunst ist daher immer wieder eine Erfahrung, über die wir mit Freude berichten wollen. Im Zentrum des Geschehens natürlich der Saiblingskaviar, für den die Sichers weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind und der in immer wieder neuen Varianten zum Einsatz kommt. So etwa bei einem aromatisch fein abgestimmten Tatar vom Schwein mit Schaffrischkäse, aber auch in der spannenden Sicher'schen Interpretation von Käsnudeln, einem Kärntner Küchenklassiker, hier kongenial ergänzt durch Rote-Rüben-Schaum und Gurkenrahm. Als besonderer Gag wird zwischendurch mit exotischen Kräutern aus dem eigenen Garten experimentiert, die kombiniert für Aha-Erlebnisse sorgen, die wir nicht im Vorhinein verraten wollen. Wer sich dann partout nicht für einen bestimmten Fisch entscheiden kann, findet mit einer Huchen- und Saiblingsrolle als Hauptgang ein Angebot vor, das in jeder Hinsicht zu gut ist, als dass man es ablehnen könnte. Das Dessert, ein Topfen-Amaranth-Soufflé mit Rhabarberkompott klingt schließlich nach Reformhaus, erwies sich bei unserem Besuch jedoch als süße Sünde, die zwar nicht vollständig mit den übrigen Meisterwerken mithalten konnte, was aber als Jammern auf hohem Niveau zu verstehen ist.

2010
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Vor rund 35 Jahren legten Erna und Alfons Sicher das erste Fischbecken hinter dem ehemaligen Sägewerk an. Seither wachsen die Bäume am Mühlenweg kulinarisch in den Himmel und seit einigen Jahren schwimmt das Fischrestaurant, längst kundig von den Brüdern Michael (Küchenchef) und Wolfgang (Service) gelenkt, auf der Erfolgswelle. Den berühmten Saiblings-Kaviar kann man in der kühlen Jahreszeit auf Bestellung „ab Hof kaufen, oder noch besser: Man kostet die immer neuen Gerichte, die Michael Sicher zu den prallen kleinen Fisch-Eiern einfallen. Je milder das Salz, desto feiner der Geschmack und schon ist der Rogen nicht nur Eyecatcher bei den Feldpilztascherln auf Bärlauchsaft, sondern entwickelt ein fulminantes Aroma. Zwischen Fischbecken und Kräutergarten ist hier ein Feinschmecker-Universum entstanden, das durch Qualität und Linie überzeugt, aufregende Kapriolen schlägt und dennoch nie gezwungen oder bemüht erscheint. Fast puristisch hätte der kross gebratene Saibling gewirkt, wäre er nicht so gefächert arrangiert gewesen. Einfach (und) perfekt dazu das mediterrane Gemüse. Ein Spargelzitrussalat verleiht dem Gewürzlaxn Esprit, der Gemüsecocktail war ein pikanter Kavalier für Flusskrebse in Erdnusstempura. Und erst der Flusskrebs-Cappuccino – nahezu unerreicht in seiner Harmonie. Dem Wiener Schnitzel hätten auch Kaisers applaudiert. Zur Käseauswahl (Tainach bis Frankreich) gibt es Gelee und Marmelade von grünen Tomaten – aus dem eigenen Garten versteht sich. Entspannt schlägt Wolfgang Sicher die passenden Weine zu den Kreationen seines Bruders vor: Auch da lassen sich spektakuläre Entdeckungen machen.

2009
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Das Restaurant Alfons Sicher unweit des Klopeiner Sees ist das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen in Sachen Qualität. Den Grundstein für den heutigen Erfolg der Brüder Michael und Wolfgang Sicher legten vor knapp 40 Jahren deren Eltern, heute betreibt das Brüderpaar neben dem sehr angenehmen Restaurant einen Handel mit Saiblingskaviar und Fischen, zu deren Kunden die höchst dekorierten Köche Deutschlands und Österreichs zählen. Und auch bei der eigenen Küche ist die Leidenschaft für gute Produkte und deren perfekte Zubereitung zu spüren. Wir nahmen im einladenden Gastgarten des Hauses Platz, entschieden uns für das angebotene Menü, um einen Überblick über die sehr Fisch-orientierte Küche zu bekommen. Als Vorspeise sehr gut zubereitete Kärntner Flusskrebse mit Sauerklee-Tomatensavarin, überaus erfrischend. Es folgten Fenchelravioli mit Zuckerwurzspinat und Saiblingskaviar, der das Gericht durchaus aufwertete. Sehr gut auch das Duett von Huchen und Lax'n mit Eisenkrautschaum, einzig das dazu gereichte Risotto aus dem renommierten Edel-Reis "Acquerello" konnte aufgrund seiner Milchreis-artigen Konsistenz nicht so recht überzeugen. Ein sehr feines Dessert von pochiertem Pfirsich mit Erdmandel-Eis bestätigte die konstante Leistung der Küche. Besonders angenehm der junge Service und die sehr zufrieden stellende Weinkarte.

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Sicher Alfons Sicher

Mit bewundernswerter Konstanz behauptet sich der in einem idyllischen Feuchtbiotop unterhalb von Tainach angesiedelte Familienbetrieb schon jahrzehntelang im Spitzenfeld der heimischen Gastronomie. Auch heuer zeigten Einfallsreichtum und Experimentierfreudigkeit von Michael Sicher keinerlei Abnützungserscheinungen: Nach rauchzartem Saiblingstatar als Amuse gueule überraschte die Küche mit der Montage von so heterogenen Komponenten wie Gemüsejoulis, Kaviar, Mark und Süßdolde zu einem bezaubernden Ganzen, ehe sich der Flusskrebs-Cappuccino als flüssige Quintessenz dieses edlen Krustentieres präsentierte. Als retardierendes Moment vor dem Hauptgang versetzten Parakresseknospen die Geschmackspapillen in leichte Taubheit, die mit einem Sorbet-Lolli von Campari, Ribisel und Thymian behoben wurde, sodass sie sich mit geschärfter Aufnahmefähigkeit der wunderbaren Kombination von Huchenfilet und Saiblingsroulade widmen konnten. Als Paradebeispiel zeitgemäß leichter Patisserie beeindruckte schließlich das Rhabarber-Kokostörtchen. Für die kongeniale Weinbegleitung sowie aufmerksamsten Service sorgte der Bruder des Küchenchefs mit seiner charmanten Frau.

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