Es ist immer schön, zu Gastgebern zu kommen, die sich mit Herzlichkeit und Freude darum bemühen, ihre Gäste zu verwöhnen. Auch als Fremder wird man wie ein alter Freund des Hauses begrüßt und ebenso umsorgt. Doch nun zum Wesentlichen, zum Essen: Der Gruß aus der Küche bestand aus dreierlei Miniaturen, die jedem Luxusrestaurant Europas zur Ehre gereicht hätten. Besonders bemerkenswert dabei die subtil gewürzte Sulz von heimischen Fischen. Fein auch die sämige Kokos-Curry-Suppe mit gebackener Garnele. Das Champagnerkraut, auf dem die Mini-Grammel- und Selchfleischknödel serviert wurden, hätte etwas mehr Biss und Säure vertragen. Köstlich dann die vom Chef selbst gepflückten Parasole, die klassisch in Panier gebacken mit Schnittlauchsauce zu Tisch kamen. Sehr gut auch unsere beiden Hauptgerichte, Steinpilztortellini mit Salat und ein zartrosa gegarter Lammrücken auf Erdäpfelpüree. Ordentlich, aber vergleichsweise langweilig die Schokolade-Honig-Mousse auf Erdbeer-Eierlikör-Creme zum Dessert. Dass man uns dann auch noch den Sonderwunsch eines türkischen Kaffees erfüllen konnte, passt zum Engagement dieses sympathischen Hauses.
Galerie Robert Langeneder
Der Gruß aus der Küche ist, wir wissen es, einerseits als Willkommensgeste, andererseits als erster Qualitätsausweis zu verstehen, der uns auf die folgenden Genüsse einstimmt. In diesem Fall bestand das Amuse gueule aus einer versalzenen Eierspeise auf zwei Radln Wurst, einem Mini-Fleischlaberl mit Kraut und einer nahezu rohen Scheibe Spargel mit einem Spritzer Balsamico drauf, was insgesamt so wirkte, als hätte uns ein Angeheiterter zur Begrüßung auf die Schulter geprackt. Leider sollte sich das als passendes Vorzeichen für alles andere erweisen: Die als Vorspeise bestellten Garnelen auf Blattsalat erwiesen sich als Riesenhaufen Salat mit vier in zweifelhaftem Öl herausgebackenen Teilen, die nur mit Mühe als Garnelen zu identifizieren waren. Das weiße Scherzl vom Lackenhofer Almochsen, angeblich eine Spezialität des Hauses, kam als reichlich trockenes Stück Rindfleisch an den Tisch, begleitet von einem faden Erdäpfelschmarren und einer Schnittlauchsauce, die praktisch nur aus Mayonnaise bestand. Und was jetzt genau an dem Arrangement aus Selchfleisch- und Grammelknödel auf Sauerkraut (das wir in jedem Dorfwirtshaus in besserer Qualität bekommen hätten), die Bezeichnung „Variation“ rechtfertigte, bleibt ein Rätsel. Auf das Bestellen einer Nachspeise verzichteten wir weise.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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