Die einmalige Aussicht ist schon Gewohnheit geworden, die hochwertige Küchenlinie ebenfalls. Dieses inmitten der herrlichen Arlberger Bergwelt gelegene Restaurant garantiert immer wieder kulinarische Erlebnisse. Bereits der Beginn war lobenswert: Mit dem winterlichen Blattsalat mit Chilimandeln und geräuchertem Lammfilet wurde eine ideale Vorspeise serviert, die Mini-Bouillabaisse mit Knoblauchbrot und Sauce Aioli war großartig – exzellent gegarte Fische in köstlicher Suppe, einfallsreich abgeschmeckt. Ein Gericht, das auch am Meer kaum besser gelingen könnte. Dass die Küche Fischgerichte überzeugend auf den Teller bringen kann, wurde auch mit der knusprig gebratenen Seezunge mit Blattspinat, geschwenkten Erdäpfeln und Zitronen-Kapern-Butter bewiesen – ein deliziöses Gericht, das den Gaumen verwöhnte. Leider nur lauwarm erreichten die geschmorten Kalbsbacken in Wurzelsauce mit Rotweinnudeln und trotz allem vortrefflichen Trüffelpofesen unseren Tisch. Überzeugend, zart, weich und rosa gebraten, so präsentierte sich die gegrillte Beiriedschnitte mit Morchelsauce, cremigem Kohlrabi und gepfefferten Confiterdäpfeln. Das Käseangebot war hier schon einmal besser, so wählten wir ein Dessert: Pistazienkrokant-Parfait im Haselnussmantel und Mangoschaum. Unvergesslich der flaumige, warme Schokoladekuchen mit Vanille-Rum-Espuma. Neben der guten Auswahl der Weinkarte werden ansprechende Weine auch glasweise ausgeschenkt.
Galzig Dir. Manfred Fahrner
Wer in den Genuss des besten Restaurants von St. Anton kommen will, muss in die Gondelbahn auf den Galzig steigen. Stets aufs Neue beeindruckt die traumhafte Bergkulisse, aber auch die gepflegte Atmosphäre der einrichtungsmäßig ein wenig out-of-date geratenen Verwall-Stube. Zu Gebäck, Butter und Aufstrich reichte man eine gebratene Jakobsmuschel auf Champagnersauce – wir sind ja schließlich am Arlberg! Und angesichts der knusprigen Lasagne von der Gänseleber auf Apfel-Vanille-Salat, dazu Vanille-Espuma (wohl eher -Sauce) und Nusspesto – einer perfekten Vorspeise, die in jedem Großstadt-Gourmettempel für Furore sorgen würde – vergaßen wir sogar die lauten Männerrunden an den Nebentischen. Küchenchef Bernhard Neuhold scheint überhaupt ein besonderes Händchen für kleine Vorspeisen zu haben, wie er uns auch mit köstlichen Scheiben vom Hummerschwanz mit Saiblingskaviar, Spanferkelsulz und Kartoffelcreme bewies. Die Hauptgerichte fielen demgemäß etwas ab, sowohl was das doch ziemlich langweilig-biedere Angebot an Fleischgerichten (Wiener Schnitzel, Kalbstafelspitz, Zwiebelrostbraten, ...) als auch die Konzeption der Gerichte betraf (z.B. unauffälliger Barsch mit pikantem Blattspinat und gefülltem Kartoffeltascherl). Dafür können wir die Euphorie der freundlichen Service-Mitarbeiterin über die Mozartschnitte mit knusprigem Mangoröster als Dessertempfehlung durchaus nachempfinden. Das Stück aus Pistazienconfit, geeistem Nussparfait und dichter Schoko-Terrine rettete den 16. Punkt.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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