Die Solidität dieses bürgerlichen Ausflugslokals mit stimmungsvoller Donauterrasse spiegelt sich auch in der vernünftig proportionierten Speisekarte wider, die eher auf Bewährtes denn auf kreative Experimente setzt. Unter diesen Auspizien begannen wir gleich mit einer lieben Bekannten aus vergangenen Saisonen, nämlich der gebackenen Karpfenmilch mit lobenswert frischen Salaten und hatten auch diesmal nichts auszusetzen. Die Ziegenkäseterrine mit Bärlauch dagegen hätte ein pfiffigeres Geschmacksprofil durchaus vertragen. Von routiniertem Umgang mit Fisch zeugte der panierte Karpfen. Ein ähnliches Beispiel ordentlichen Küchenhandwerks stellte das Welsfilet mit seiner krossen Haut und anspruchsloser Gemüse- und Erdäpfelbeilage dar – korrekt, aber auch nicht mehr. Lege artis waren schließlich auch die lockeren Topfenknödel sowie der Mohnauflauf als Hommage an das benachbarte Waldviertel zubereitet. Dass hier – praktisch im Herzen der Wachau – gute bis hervorragende Weißweine angeboten werden, setzen wir als selbstverständlich voraus und wurden weder von dem glasweise offerierten, reschen Grünen Veltliner noch dem sortentypischen Urgesteinsriesling enttäuscht.
Heinzle Gerhard und Gerlinde Heinzle
Hat man bei Schönwetter rechtzeitig einen Tisch auf dieser beliebten Donauterrasse reserviert, wird diese zur Wohlfühloase. Der Gästeansturm an manchen Tagen überfordert den Service sichtlich. Die Küche konzentriert sich auf Fischgerichte, das Fleisch kommt aus der Region, die Weinkarte ist auf die Wachau und Rest-Österreich ausgerichtet. Knusprige, heiße Wachauerlaibchen zum Aufstrich erfreuten zu Beginn, dann von knackiger Frische die Tafelspitzsulz mit Kernöl auf Blattsalat. Appetitlich, exquisit und auch schön fürs Auge das feine Seesaiblingsleberparfait mit Brioche und Mangochutney. Dass die Fischgerichte die große Stärke der Küche sind, wurde einmal mehr mit dem präzise gebratenen, frischen Zanderfilet auf Spargelrisotto deutlich, der 46 Stunden „sous-vide“ in Rotwein geschmorte Rindsbraten auf feinem Kartoffelpüree löste Begeisterung aus. Der Sorbetteller von dreierlei Wachauer Früchten war tadellos, aber etwas lieblos angerichtet, der flaumige Mohnauflauf mit seiner Erdbeersauce gefiel da viel besser.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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