Ein italienischer Fels in der Grazer kulinarischen Brandung ist seit jeher Norbert Kabelka mit seinem Hofkeller – seit ewigen Zeiten konstante Qualität und die gleichen Klassiker auf der Schiefertafel, aber auch immer ganz neue Ideen. Leider schmeckten das zu große Meeresfrüchte-Antipasto und die geeiste Paradeissuppe diesmal nur durchschnittlich, dafür wurde unsere Wahl der Hauptspeisen belohnt: Die Lammleber gelang sehr zart und wohlschmeckend, das Kaninchenragout überzeugte mit erstklassigem Fleisch und feiner Würze. Beim Dessert kehrten wir wieder zu den Klassikern zurück, ohne es zu bereuen: Die erfrischende Zitronentarte und die altbekannte, aber immer noch sensationelle Schokoladetarte waren eine Sünde wert. Erwähnen sollte man die stets charmante und kompetente Bedienung ebenso wie die mehr als nur ausgezeichnete Weinauswahl – italienische Top-Ware abseits ausgetretener Pfade.
Hofkeller Norbert Kabelka
Nicht nur der bei unserem jüngsten Besuch am Nebentisch tafelnde steirische Landeshauptmann schätzt offenbar die authentische Osteriaküche des Hofkellers in der „italienischsten Stadt“ Österreichs. Im seit Jahrzehnten unveränderten Kellergewölbe werden die tagesaktuell verfügbaren Gerichte mittels Schiefertafel angepriesen, wobei es neben Klassikern wie Oktopussalat oder Schoko- und Zitronentarte auch immer wieder neue Kreationen gibt, die Lust auf wiederholte Besuche machen. Etwa die länglichen Cape lunghe, gratinierte Muscheln, oder Blanquette de veau (ein helles Kalbsragout) mit Kartoffeln und Gemüse. Der stets freundliche, bei vollem Haus mitunter etwas überlastete Service bietet zu allem trefflich passenden Wein, auch glasweise, an. Nicht unerwähnt bleiben sollen das köstliche, vielfältige Gebäck und der gute italienische Kaffee.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Kommentare werden geladen...