Der allabendliche Kontrast zwischen der urigen Almhütte mit lederbehosten Kellnern einerseits und den fein gedeckten Tischen mit Gourmetküche andererseits hat etwas. Dass jedoch seit etlichen Jahren bei nahezu jedem unserer Besuche unnötige Schnitzer passieren, ist (uns) unverständlich. So kam etwa das Flusskrebssülzchen mit weißem Tomatengelee und Kräutersalat eisgekühlt und damit bar jeglichen Geschmacks auf den Tisch. Dafür gelangen die vegetarischen Tapas und der Hummerschwanz mit Orangen und Pasta durchaus ansprechend. Ein wenig subtiler hätten wir uns die Saltimbocca vom Seeteufel auf Risotto nero und Wachtelei vorgestellt, der Patissier hingegen – uns begeisterten die Blätterteig-Maroni-Schnitte mit hausgemachtem Eierlikör und Mandeln sowie die Schokoladevariation – versteht sein Geschäft. Peinlich, dass die Dame vom Service nicht wusste, was ein „Kleiner Brauner" ist, unangenehm das dröhnende Geräusch der im Übrigen zu kalt eingestellten Lüftung/Heizung, und ärgerlich die teilweise überhöhten Preise. Unbestritten beeindruckend nach wie vor der Bordeaux-Keller, während die glasweise Weinauswahl weiterhin ein offensichtlich ungeliebtes Schattendasein führt.
Hospiz-Alm Familie Werner / Dir. Werner Künstner
Die Hospiz-Alm scheint ihre eigenen gastronomischen Gesetze zu fahren. Hier ist es eigentlich egal, welche Qualität die Küche bietet und welche Preise man dafür verlangt – das Lokal ist zumindest in der Hochsaison derart gut besucht, dass man ohne Reservierung kaum einen Platz bekommt. In der Hektik des Geschäftes hinterließ heuer der Service keinen besonders guten Eindruck. Bestellungen wurden vergessen oder vertauscht und die Ausstellung einer ordnungsgemäßen Rechnung erwies sich als fast unüberwindliche Schwierigkeit. Die Küche bot ebenso einen zwiespältigen Eindruck. Die gebratene Kalbsleber mit altem Sherry und der mit Wok-Gemüse servierte gebratene Lachs waren einwandfrei zubereitet. Beim zarten Zwiebelrostbraten mit Speckbohnen hatte man hingegen auf Salz und Pfeffer völlig vergessen – der Gaumen schlief ein. Die abschließende Ananas-Kokos-Schaumrolle mit Marshmallows probierten wir angesichts der wahnwitzigen Kaffeepreise lieber ohne Aufputsch.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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