Die Renaissance-Architektur des gleichermaßen lieblichen wie eindrucksvollen Schlosses am Rand von Zeltweg ist zwar nicht ganz echt, aber das macht nichts. Trotzdem schön. Die Gestaltung der Schlosstaverne ist schon echt, wenngleich echt in die Jahre gekommen, die Bezüge der Gartenmöbel schon ein wenig ausgeblichen, das Stüberl-Interieur – nun ja, sagen wir: gemütlich. Aber auch das macht nichts, denn essen und trinken kann man hier durchaus zeitgemäß. Geboten werden mehrere Menüs, aus denen sich auch à la carte wählen lässt, wobei wir dazu raten, den diversen Vorspeisen den Vorzug zu geben, denn hier blitzt immer wieder eine Klasse durch, mit der die Hauptspeisen nur schwer mithalten. Die Trilogie von der Gänseleber etwa, verspielt, kreativ und mutig, oder das Zweierlei vom Vulcano (Schinken und Lardo) mit Petersilterrine, essbaren Blüten und Petersilreduktion mit Eierschwammerln – da freut sich das Auge! Wieder transferierte Petersilie dann bei dem gelierten Ochsenschwanz mit Sommertrüffel, Espuma nämlich, aufwändig gemacht (nicht leicht zu essen), äußerst gut, großes Tennis. Das Filet vom Styriabeef mit Radicchio, Rucola und Polenta war dann eh gut, aber konnte die erzeugte Spannung weder optisch noch handwerklich aufrecht erhalten. Die Heidelbeer-Crêpe (es waren Blaubeeren, nicht Heidelbeeren ...) mit Zitrone, Schäumchen und Eis übrigens auch nicht.
Schloss-Taverne Farrach Familie Stöhr
Schon von Weitem ist die reizvolle Fassade des eindrucksvollen, im Renaissancestil erbauten Schlosses Farrach zu sehen. Und hat man das Türen-Rätsel im Inneren einmal entschlüsselt, gelangt man in die Gaststube, deren Interieur wir zwar keinem speziellen Stil zuordnen konnten, die aber dennoch gemütlich wirkte. Zur Begrüßung wurden wir mit einem kleinen Vitello tonnato verwöhnt. Einen geschmacklichen Höhepunkt bildete die Gänseleber-Crème-brûlée mit marinierten Holunderblüten und einem leicht süßlichen Zwiebelconfit, herrlich! Sehr ordentlich auch die Karfiolsuppe. Das zartrosa Hirschkalb harmonierte überraschend gut mit einem köstlichen Radicchio-Risotto, schwarzem Trüffel und Heuasche (!). Nicht ganz so kreativ, aber solide zubereitet war dann das Perlhuhn in Mangalitzaspeck mit Eierschwammerln. Passende Weine werden von der Hausherrin glasweise zu den jeweiligen Gerichten empfohlen, und diesen Empfehlungen sollte man durchaus folgen. Die Variation aus zweierlei Zartbitter-Schokolade war fein, aber auch nicht mehr. Schon besser der Grießstrudel und die Bauerntopfenmousse, deren Geheimnis wir an dieser Stelle nicht verraten wollen.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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