Detailansicht 2013

2012
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2012.


Tirols Freiheitsheld Andreas Hofer ist im Künstlerstübele allgegenwärtig. Sogar eine Stube des Restaurants ist nach dem im Passeiertal geborenen Sandwirt benannt. Zeitgemäßer präsentierte sich die Küche des Hauses, ohne jedoch ihre Südtiroler Wurzeln zu verleugnen. Ein Mandarinencocktail mit Ingwer zu Beginn öffnete unsere Geschmacksknospen und machte uns fit für den lauwarmen, hausgepressten Kalbskopf, der mit Graukäsekroketten serviert wurde. Die heiße Topinambur-Cremesuppe wurde mit geröstetem Kalbshirn serviert und schmeckte hervorragend. Dinkelravioli mit Artischocken waren eine perfekte Umsetzung bester italienischer Pasta-Kultur und das Bratl vom Brillenschaf ein heißes und sättigendes Hauptgericht. Die Faschingskrapfen waren mit erfreulich viel Marillenmarmelade gefüllt, und die Käseauswahl zeigte, dass man auch in Südtirol hervorragende Rohmilchkäse erzeugt und sie auch ansprechend servieren kann.

Der Goldene Adler war um 1500 das erste Hotel, das in Brixen errichtet wurde. 1998 wurde das historische Haus sorgsam renoviert, und so bietet es dem Urlauber von heute ein einmaliges Zusammenspiel von verschiedensten Epochen. Ein gotischer Lichthof, eine romantische Kaminecke und komfortable Zimmer sind nur einige Gründe, um hier länger Station zu machen.

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Vorhang auf für ein Haus mit Tradition. In den gemütlichen Stuben oder auf der ruhigen Terrasse wird mit viel Gespür für Aroma eine präzise zubereitete Regionalküche serviert, für die vornehmlich Produkte aus der Umgebung Verwendung finden. Ideal abgeschmeckt war das kleine Tatar mit Chutney von roter Zwiebel, Kamut-Röstbrot und Kräuterbutter. Die scheinbar simplen Zutaten der Karotten-Apfel-Suppe mit Ingwer und Schwarzbrot-Croûtons mobilisierten alle Geschmacksnerven. Das zarte Kalbssteak wurde appetitlich rosig serviert, dazu gab’s Grillpolenta. Und das Eisacktaler Ofenkitz mit Erdäpfeln und Spargel war auch butterzart. Auf Empfehlung des freundlichen Servicepersonals probierten wir ein erfrischendes Mango-Halbgefrorenes und ein vorzügliches hausgemachtes Vanilleeis, aufgepeppt mit einer dezenten Note Ingwer. Schöne Weinkarte.

Der Goldene Adler ist ein historisches Hotel aus dem Jahre 1500 und liegt mitten im Stadtzentrum der Bischofsstadt Brixen. Erst kürzlich wurden die 30 Zimmer renoviert, ein kleiner Wellness-Bereich mit Sauna und türkischem Dampfbad sorgt für Wohlbefinden. Familie Mayr kümmert sich liebevoll und mit viel Enthusiasmus um die Gäste. Optimaler Ausgangspunkt für Stadtbummler, die Brixen erkunden wollen.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Der Finsterwirt ist eine treffsichere Adresse für Feinschmecker. Zum einen, weil hier Klassiker ohne Fehl und Tadel angeboten werden: Eisacktaler Weinsuppe oder Wiener Schnitzel vom Kalb mit Preiselbeeren und Röstkartoffeln. Zum anderen, weil behutsam und bewusst Gerichte in die Karte aufgenommen werden, die so oft wie möglich auf das Regionale setzen. So stammt der Ziegenfrischkäse vom nahen Bergdorf Lüsen, dieser wurde ergänzt durch ein in seiner Säure vortreffliches Apfel-Zwiebelchutney. Dass die Küche auch mit Fleisch vortrefflich umzugehen weiß, bewiesen das Lammkarree mit Gorgonzolakruste, geschmortem Gemüse und Erdäpfeln und ein Kalbsfilet mit Radicchio-Walnusshaube und Parmesanrisotto. Gegessen wird in sehr schönen, dunkel getäfelten alten Stuben, in denen man schon mal lesen darf: „Es ist verboten zu fluchen!“ Übrigens: Der frühere Kardinal Joseph Ratzinger pflegte während seiner Urlaube in der Bischofsstadt Brixen stets im Bischofsstüberl zu essen. Heute ist die kleine Gewölbestube ihm zu Ehren als Papststube bezeichnet. Eines seiner Lieblingsgerichte: Rehrücken mit Preiselbeeren und Röstkartoffeln.

Das historische Haus an der Adlerbrücke über dem Fluss Eisack wurde in den mehr als 500 Jahren seines Bestehens immer wieder umsichtig renoviert und erneuert. Ein Hauch von Nostalgie und Biedermeier durchströmt heute das Hotel. Die Besitzerfamilie Mayr hat das Haus mit Geschichte 1988 erworben und es seit 1998 wieder als Gästehaus geöffnet, nachdem das Schicksal des „Goldenen Adler zuvor lange Zeit unklar war. Entspannt werden kann in der finnischen Sauna oder im türkischen Dampfbad.

2009
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

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GAULT MILLAU Österreich 2009.


"Finsterwirt" war der ebenso unerschrockene wie pfiffige Wirt, der im 18. Jahrhundert gegen den Willen der geistlichen Domherren auch nach dem Hereinbrechen der Dunkelheit immer noch Wein ausschenkte. Die Familie Mayr, die dieses alte Wirtshaus seit Beginn des 20. Jahrhunderts führt, hat den antiken Reiz des Hauses zu bewahren gewusst, nur die Küche wurde der Moderne angepasst. Wie ein erfahrener Spielertrainer leitet Hermann Mayr seine junge Kochbrigade, die Jugend beweist Stehvermögen, das Alter beherrscht die klassische Kochgrammatik, deshalb wird man beim Finsterwirt auch an sehr bewegten Tagen selten enttäuscht. Wer Innereien und Schmorgerichte liebt, wird sich darüber freuen, dass er hier neben der obligaten Schnitzel-Landschaft, dem reichhaltigen Nudel- und Salat-Angebot auch vergessene Leckereien wie Hirnravioli oder Rindswangen vorfindet. Unsere würzige Consommé vom Hochlandrind erinnerte an die beste Suppentradition von Bergbauernhöfen. Das Kaninchen im Strudelteig und die rosa gebratene Rindsrippe waren so, wie man sie leider nicht überall bekommt: sehr saftig. Exzellentes Käseangebot, gute Eisacktaler Weißweine.

Die ersten Urkunden, die den Goldenen Adler erwähnen, stammen aus dem frühen sechzehnten Jahrhundert. Ein gewisses biedermeierliches, nostalgisches Flair ist dem uralten Haus trotz mehrerer Umbauten immer noch erhalten geblieben. Das Wellness-Programm ist modern, bei der Zimmerausstattung bevorzugte die Familie Mayr traditionelle Elemente.

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Künstlerstübele – Finsterwirt Maria und Hermann Mayr

Das Ambiente im Finsterwirt könnte namensgebend gewesen sein. Dunkles Holz, gedämpftes Licht und jede Menge rustikale Bilder an den Wänden. Die Wirte setzen auf Bewährtes, ohne dabei aber ins Folkloristische abzugleiten. Die Küche ist dem nicht unähnlich. Die Vorspeise bietet schon Außergewöhnliches: Schinken vom Vilnösser Brillenschaf mit Gorgonzola-Crème-brûlée und Radicchio-Walnuss-Salat. Eine echte Empfehlung, dieser Teller. Abgesehen davon, dass der Schinken wirklich ein herausragendes Produkt ist, überrascht vor allem die Kombination von Blauschimmelkäse und Radicchio. In der Karte war der Hauptgang als „Zweierlei vom Kitz, geschmort und gebacken" angeboten. Tatsächlich hat sich der Koch jedoch für ein „Viererlei" entschieden und neben geschmorter Stelze und gebackenen Gustostückerln auch noch eine saftige Schulter und ein wenig vom wunderbaren Kitzbeuschel servieren lassen. Uneingeschränkte Empfehlung. Bei den Desserts sind die Patissiers der eigenen Konditorei mit am Werke, man kann bei keinem falsch liegen. In unserem Fall fiel auf gebackene Grießknödel mit Anis-Eis die Wahl, dazu ein Glas Rosenmuskateller. Eigentlich ein Dessert für sich.

Der Goldene Adler liegt keine fünf Gehminuten vom Finsterwirt entfernt. Das Haus wirkt traditionell, blitzsauber und lässt in Sachen Kundenorientierung keine Wünsche offen. Bemerkenswert ist das Frühstück. Frisch gepresster Saft von sizilianischen Bio-Blutorangen, eine gute Auswahl an Südtiroler Rohmilchkäse-Spezialitäten und frischer Espresso(!) sind nicht selbstverständlich. Hier schon.

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