Das Restaurant Zirbelzimmer versprüht traditionell-österreichischen Charme. Die getäfelte Stube wirkt zwar altmodisch, aber gediegen und hochwertig. Empfangen wurden wir von einem freundlichen Serviceteam, das uns den Abend hindurch kompetent betreute. Der Gruß aus der Küche, Garnelen mit geräuchertem Lachs und Limonenschaum, war eine aromatische Einstimmung auf das Carpaccio vom Felsenoktopus. Sowohl die klare Tafelspitzsuppe mit dreierlei Einlage als auch die Cremesuppe vom weißen Spargel waren klassisch und gut. Das Steak vom Milchkalb mit Frühlingsmorcheln, gefüllter Zucchiniblüte und Madeirasauce (leicht bitter) hätte etwas zarter sein können. Dafür war die Empfehlung aus der Küche, Backhuhn mit Erdäpfel-Gurken-Vogerl-Salat, sehr gut. Ganz frisch, das Fleisch saftig und die Panier kross. Zusätzlich zur Dessertkarte wurden uns traditionelle Nachspeisen (Salzburger Nockerln, Kaiserschmarren, Marillenpalatschinken) angeboten. Wir haben uns für Marillenpalatschinken und Kaiserschmarren entschieden – es war eine gute Wahl. Das Angebot auf der Weinkarte ist ausreichend, mit dem Schwerpunkt auf junge Österreicher, und etwas überteuert.
Sacher - Zirbelzimmer Familie Gürtler
Einzigartig ist der Blick aus dem Hotel Sacher in Salzburg auf Salzach und die Altstadt am gegenüberliegenden Ufer, noch schöner ist nur der Blick aus den Fenstern des Restaurants in der Zirbelstube, die seit dem Bau des heutigen Sacher unverändert erhalten ist. Aber auch der Blick auf den Teller macht Freude: Küchenchef Manfred Stüfler hat sich perfekt auf seine bürgerliche einheimische Klientel eingestellt. Das beginnt mit Backhendl und Tafelspitz und reicht bis zum klassisch in Butterschmalz gebackenen Schnitzel vom Milchkalbsrücken, Fuschlsee-Saibling, Bretonischen Steinbutt und Mousse von Flusskrebsen. Gern hätten wir erlebt, wie ein Kellner einem amerikanischen Gast die sanft geschmorten Ochsenbackerln erklärt. Begrüßt wurden wir von der Küche mit einem kleinen, aber feinen Räucherfischtatar. An einem nasskalten Salzburger Abend waren wir für die köstlich einheizende Kürbis-Ingwerschaum-Suppe dankbar, und der kross gebratene Zander mit geschmortem Kraut erwies sich als mehr als nur nett. Als Dessert dann den in Salzburg seit Jahrzehnten bekannten famosen Savarin. Sehr anständig auch der Hauswein, ein Riesling aus dem Kamptal.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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