Seit dem fernen Jahre 1960 sind die Brüder Oberhofer Marklhof-Pächter. Nur selten weichen sie vom lange erprobten Kurs der klassischen Küche ab, damit haben sie mehr Stammkunden an das Haus gebunden, als dies schrillere Köche in der näheren Umgebung vermochten. Wer selbst abenteuerlich lebt, lässt sich hier gerne einmal fallen. Ruhm und Gasthausehre haben sich Heinrich im Saal und Andreas in der Küche erobert mit saftigem Wildbret, weichem Oktopus und mit dem omnipräsenten Rindstatar. In einem der schönsten, echten Landgasthäuser Südtirols sind Enttäuschungen nahezu ausgeschlossen. Der Teig der hausgemachten Ravioli war, wie immer, hauchdünn, damit die würzige Füllung aus Perlhuhn, Morcheln und schwarzen Trüffeln optimal zur Geltung kam. Mediterrane Schlichtheit zeichnete hingegen die Spaghettini mit frischen Meeresfrüchten aus. Die gebratene Leber von Kalb und Ziegenkitz nach Venezianer Art war exakt so, wie sie ein Gondoliere im Stammlokal haben will: mit viel Zwiebeln, saftig, mit frischem Majoran gewürzt und dekadent weich.
Marklhof A. und H. Oberhofer
Kontinuität und Bodenständigkeit sind wohl die ausgeprägtesten Merkmale der Gebrüder Oberhofer. Seit Jahrzehnten leiten sie die Geschicke des Restaurants. Der Marklhof ist im Besitz der Augustiner-Chorherren Neustift. Daher rührt auch die klösterliche Ruhe, die das Anwesen, in wunderbare Weinberge eingebettet, ausstrahlt. Das Fassungsvermögen ist groß, mehrere gemütliche Stuben und Terrassen stehen zur Wahl. Das umfassende Speisenangebot bietet für jeden Gaumen etwas. Wir haben uns für die Jakobsmuscheln in Rieslingsauce entschieden, dabei überwog der Saucengeschmack. Dies machten die Spaghetti mit gemischtem Fisch wieder wett, an Krustentieren wurde hier nicht gespart. Die gebratene Kalbsleber mit Salbei entpuppte sich als Klassiker. Weich, gut gewürzt. Auch der Tafelspitz mit Bouillon-Gemüse, Spinat und herzhaftem Kren ist ein Dauerbrenner. Ein großes Kompliment gilt dem Service. Den salopp wirkenden, aber professionell agierenden Kellnern entgeht nichts. Sogar das Glas für den Champagner darf der Gast selbst bestimmen – eine löbliche Ausnahme in Südtirols Restaurantlandschaft.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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