Detailansicht 2013

2012
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2012.


Seit dem fernen Jahre 1960 sind die Brüder Oberhofer Marklhof-Pächter. Nur selten weichen sie vom lange erprobten Kurs der klassischen Küche ab, damit haben sie mehr Stammkunden an das Haus gebunden, als dies schrillere Köche in der näheren Umgebung vermochten. Wer selbst abenteuerlich lebt, lässt sich hier gerne einmal fallen. Ruhm und Gasthausehre haben sich Heinrich im Saal und Andreas in der Küche erobert mit saftigem Wildbret, weichem Oktopus und mit dem omnipräsenten Rindstatar. In einem der schönsten, echten Landgasthäuser Südtirols sind Enttäuschungen nahezu ausgeschlossen. Der Teig der hausgemachten Ravioli war, wie immer, hauchdünn, damit die würzige Füllung aus Perlhuhn, Morcheln und schwarzen Trüffeln optimal zur Geltung kam. Mediterrane Schlichtheit zeichnete hingegen die Spaghettini mit frischen Meeresfrüchten aus. Die gebratene Leber von Kalb und Ziegenkitz nach Venezianer Art war exakt so, wie sie ein Gondoliere im Stammlokal haben will: mit viel Zwiebeln, saftig, mit frischem Majoran gewürzt und dekadent weich.

2011
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


In traumhafter Girlaner Lage, eingebettet in Weinberge und Obstwiesen liegt der Marklhof, ein seit Jahrzehnten beliebter Treffpunkt für Freunde der guten Küche. Wir genossen im lichten Innenhof die entspannte Atmosphäre und bestellten den Klassiker des Hauses: cremiges Beef Tatar, das nach individuellen Wünschen zubereitet wird und eigentlich bei jedem Besuch überzeugt. Als etwas zu stark gesalzen empfanden wir die Wacholder-Pappardelle mit Wildschweingulasch, und die hausgemachten Ravioli mit Seeteufel, Rucola und feinem Gemüseragout hätten ruhig mehr Pfiff vertragen. Die gebratenen Lammkoteletts mit feiner Senfsauce, Blattspinat und Pommes dauphines gelangen dann allerdings wieder hervorragend. Etwas enttäuschend die Desserts: Der Apfelstrudel wirkte langweilig und zäh, das Halbgefrorene auf Ananas-Carpaccio fad. Ein kleiner Makel auch der etwas aufdringlich agierende Service. Schöne Weinkarte mit Schwerpunkt Südtirol.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Wer klassische Hausmannskost sucht, der findet sie im Marklhof mit Sicherheit. Der Weinhof der Augustiner Chorherren zu Neustift ist wahrlich ein schmuckes, historisches Gutshaus im Überetscher Stil. Eine Institution sind auch die Oberhofers, die den Marklhof seit 1960 bewirtschaften und denen es gelang, Einheimische wie Gäste als Stammgäste an das Haus zu binden. Sobald es draußen mild wird, sitzt der Gast im Sommergarten mit schönem Blick auf die Weingärten, ansonsten in einer der einladenden Gaststuben mit Holztäfelung und Jagdtrophäen. Die Klassiker der Marklhof-Küche sind das kräftige Tatar, das Wiener Schnitzel vom Kalb, die Leber auf venezianische Art, das Milchkalbsrückenfilet mit Trüffelsauce, Butterkartoffeln und in Butter geschwenktem Wurzelgemüse. Vorab schmeckte der geschmorte Radicchio mit Gorgonzola spannend, sehr gut zum Abschluss die Abwandlung des klassischen Apfelstrudels zum Birnenstrudel.

2009
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Auf dem wildromantischen Girlaner Nordhügel des Marklhofes kann man weit in die drei Täler schauen, deren Moränen sich während der Eiszeit in Girlan vereinigt haben. Der Marklhof, einer der schönsten geschlossenen Weinhöfe Südtirols, ist beinahe seit einem Jahrhundert das wichtigste wirtschaftliche Standbein der Augustiner Chorherren zu Neustift. Seit 1960 sind die Brüder Oberhofer Pächter des Restaurants auf dem Weinhof. Andreas in der Küche und Heinrich im Service haben mit ihrer unspektakulären, klassischen Küche mehr Stammkunden an das Haus gebunden, als dies schrillere Köche in der näheren Umgebung vermochten. Stellvertretend müssen zwei Oberhofer-Gerichte genannt werden, die alle Kochmoden ruhmreich überlebt haben, der ewig weiche Oktopus-Salat und das immer kräftige Rindstatar. Unsere Venezianische Kalbsleber war sehr zart, der Stockfisch flockig und cremig, nur die Weinsuppe wünschten wir uns weniger alkoholbetont sowie das Hirschfilet schwächer "überbröselt". Der Birnenstrudel schmeckte nach sehr reifen Birnen, das Walnusseis aufregend nach Walnüssen aus Nachbars Garten.

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Marklhof A. und H. Oberhofer

Kontinuität und Bodenständigkeit sind wohl die ausgeprägtesten Merkmale der Gebrüder Oberhofer. Seit Jahrzehnten leiten sie die Geschicke des Restaurants. Der Marklhof ist im Besitz der Augustiner-Chorherren Neustift. Daher rührt auch die klösterliche Ruhe, die das Anwesen, in wunderbare Weinberge eingebettet, ausstrahlt. Das Fassungsvermögen ist groß, mehrere gemütliche Stuben und Terrassen stehen zur Wahl. Das umfassende Speisenangebot bietet für jeden Gaumen etwas. Wir haben uns für die Jakobsmuscheln in Rieslingsauce entschieden, dabei überwog der Saucengeschmack. Dies machten die Spaghetti mit gemischtem Fisch wieder wett, an Krustentieren wurde hier nicht gespart. Die gebratene Kalbsleber mit Salbei entpuppte sich als Klassiker. Weich, gut gewürzt. Auch der Tafelspitz mit Bouillon-Gemüse, Spinat und herzhaftem Kren ist ein Dauerbrenner. Ein großes Kompliment gilt dem Service. Den salopp wirkenden, aber professionell agierenden Kellnern entgeht nichts. Sogar das Glas für den Champagner darf der Gast selbst bestimmen – eine löbliche Ausnahme in Südtirols Restaurantlandschaft.

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