Nachdem Alexander Sowinetz das RieGi im Dezember 2009 verlassen hatte, waren wir auf die Performance des neuen Küchenchefs Georg Rotböck gespannt. Aufgetragen wird – mit schwankender Aufmerksamkeit des Serviceteams – eine internationale Küche von überbordender Kreativität. Während es mittags einen preisgünstigen Businesslunch gibt, wählt man am Abend aus den Menüs „Evolution" und „Innovation". Wir entschieden uns zum Einstieg für die ambitionierte geeiste Radieschensuppe mit angeräuchertem Donaulachs. Nicht weniger ehrgeizig angedacht war das außen feste und innen flüssige Ei mit braunen Trüffeln und knackigem Kohlrabi. Der Steinbutt war mit herzhaftem Bierradi findig garniert, hingegen unpassend mit Kalbszunge kombiniert. Das Pfirsichsorbet mit authentischem Geschmack machte uns Appetit auf den Fleischgang, ein in der Konsistenz etwas herausforderndes Milchkalb, das dazu gereichte Morchelgemüse war pikant gewürzt, die Bärlauchrösti knusprig. Zum Finale zogen wir den Käsegang vor, einen eleganten Fourme d'Ambert mit köstlichen Parmesangnocchi. Ein alles in allem vergnüglicher Abend, für die dritte Haube braucht es aber noch etwas mehr technische Perfektion.
RieGi Helga De Giuseppe und Dr. Dienelt
So farbenfroh wie das Innere dieses etwas versteckten Lokals präsentiert sich auch die Küche von Georg Rotböck. Unter dem blitzblauen Gewölbe, das noch aus den postmodernen neunziger Jahren stammt, werden Gerichte auf Glas- und Steinplatten serviert, belegt mit leuchtend grünen Gemüseröllchen, eingekreist von einem Reigen bunter Saucentupfer. Blüten und Kräuter bekränzen kunstvoll getürmte Fleischstücke, noch mehr Farbe kommt von elegant gewürfelten Rübchen, Karotten, Eierschwammerln. Doch die Kompositionen sind keineswegs nur dekorativ, sondern durchwegs auch geschmacklich gut durchdacht. Eine Vorspeise namens „Frühlings-Querschnitt“ etwa sah aus wie ein Gemälde von Miró, erfreute aber durch Leichtigkeit bei gleichzeitig intensiven Garten- und Wiesenaromen. Dagegen enttäuschte die Rotbarbe ein wenig. Das Filet war zwar kross angebraten, doch zu brav gewürzt und von Avocado, Paradeisern und Rouille nur halbherzig unterstützt. Beim geschmorten Lamm mit Steckrüben und Süßkartoffeln war der Küchenchef wieder in seinem Element: kleinteilig, aber fein abgestimmt, saftiger Fleischgeschmack, kräftige Aromen. Insgesamt eine erfreuliche Steigerung.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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