Detailansicht 2012

2011
18 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Wenn jemand so viele Vorschusslorbeeren genießt wie Gerhard Wieser, dann steht die Küche meist unter enormem Druck. Doch der hagere Küchenmeister hat bereits die Hälfte seines Lebens im Hotel Castel verbracht und steuert seine 15-köpfige Küchenbrigade mit Nonchalance durch die stürmische See der Kulinarik. Dies manifestiert sich in jedem noch so unscheinbaren Detail. Bereits das Vorcouvert war ein Fest für sich: Die „flüssige Pizza“ mit Mozzarella-Schaum und Räucheraal war geschmacklich perfekt abgestimmt, so auch die gebratene Makrele auf Gurken-Apfel-Salat mit Basilikumsorbet. Dem Freudentanz am Gaumen war kaum Einhalt zu gebieten, als die Entenstopfleber-Schnitte auf den Tisch kam – eine vollendete Kreation mit Bergbauern-Joghurt und eingelegter Birne, auf die gefrorene Foie gras gehobelt wurde. Und das war noch nicht der Höhepunkt: Die Langoustines mit Erbsen und Minze in Tomatenfond ließen den Geschmacks-Papillen keine Chance auf Erholung. Frische und Harmonie der einzelnen Aromen trumpften auch bei den geräucherten Tagliolini mit Peperoni und sizilianischem Thunfisch auf. Dass hier der Auswahl der Grundprodukte das größte Augenmerk geschenkt wird, bewies der Zwiebelrostbraten vom Wagyu-Rind mit einem höchst interessanten Püree aus Rösterdäpfeln und einem intensiven Schalottenjus. Das Edelrindfleisch der japanischen Rasse (Kobe Beef) ist für seine feine Marmorierung bekannt, die den hohen Fettgehalt über das gesamte Fleisch verteilt. Gerhard Wieser ist es mit Bravour gelungen, diese wichtigen Parameter in einem Gericht zum Ausdruck zu bringen. Das Herzkirschen-Törtchen mit Früchten vom hoteleigenen Kirschbaum wurde mit Marillenkernöl und Torrone-Cremeeis serviert. Auch die Patisserie präsentierte sich auf hohem, anspruchsvollem Niveau.

Schon allein die traumhafte Lage des Hotels Castel – Mitglied der Vereinigung von Gourmetresidenzen – rechtfertigt einen Besuch. Auch wenn das Haus ein eklatantes Beispiel für „Alpenbarock" ist, bei dem so mancher Ästhet die Nase rümpft, werden die Gäste hier nach Strich und Faden verwöhnt. Sämtliche Einrichtungen, etwa der Spa-Bereich, lassen keinen Wunsch offen. Zimmer und Suiten warten mit dem größtmöglichen Komfort auf. Für besondere Anlässe steht eine Penthouse-Suite mit Whirlpool auf der Terrasse zur Verfügung. Auch das Personal ist auffallend gut geschult. Herrliches und üppiges Frühstücksbuffet!

2010
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Erlesene Produkte, akkurate Verarbeitung, edle Präsentation und tiefsinnige Verschmelzung von mediterranen Aromen: So könnte man knapp die Kochkunst des Gerhard Wieser umschreiben, der fast schon zum Inventar des Hauses gehört, aber nie müde wird, die eine oder andere Feinheit neu zu entdecken und dem Gast zu offerieren. Das Entenleberparfait mit Ananas und Blütenhonig zeigte sich zartschmelzend und erstklassig und wurde zur schönen Abstufung süßer Gaumenfreuden. Umwerfend offenbarten sich die roten Garnelen auf Kartoffel-Knoblauch-Creme und Safransud, wobei vor allem der Sud vor Kraft nur so strotzte. Auch das Hauptgericht wird uns lange in Erinnerung bleiben: Aufgetischt wurde ein kräftig marmoriertes Fleischstück aus der Hochrippe des Rindes, das an Genuss kaum zu überbieten war. Das argentinische Wagyu Rib-Eye lag sanft auf knackigen, grünen Bohnen und wurde beträufelt mit einer kraftvollen Lagrein-Schalotten-Sauce. Als Zäsur der Speisenfolge wurde ein Campari-Pfeffer-Sorbet mit Pampelmusen-Espuma und getrockneten Oliven serviert – gewöhnungsbedürftig, da der Campari sehr bitter war. Die Desserts des Abends: marmoriertes Himbeer-Topfen-Soufflé und ein Mascarpone-Schaum mit Marzipan-Halbgefrorenem, Kirschen und Lakritze-Cremeeis. Beide Desserts zeigten sich ausgefeilt in Zubereitung und Präsentation. Genossen wird die Gourmetküche des Herrn Wieser im gemütlichen Trenker-Stüberl (in Erinnerung an Bergfex Luis Trenker) oder an schönen Sommerabenden auf der mediterranen Terrasse mit Blick tief hinunter nach Meran. Der Service ist zuvorkommend und professionell und lässt es an nichts fehlen. Die Weinkarte zählt zu den besten in Südtirol.

Das Castel ist ein wahres Fünf-Sterne-Haus, denn es bietet in all seinen Dienstleistungen einen ebensolchen Service. Die Maxime im inhabergeführten Haus lautet ganzheitliches Wohlfühlen. Das beginnt mit der sonnenverwöhnten Lage in Dorf Tirol samt umwerfendem Blick tief hinunter ins Tal, geht weiter im Wohlfühlbereich des Hauses mit Indoor- und Outdoorpool, Saunen, Hamam und Beautyabteilung und findet seinen Abschluss in der kulinarischen Virtuosität einer exzellenten Küche. Dorf Tirol ist der ideale Einstiegsort in den Naturpark Texelgruppe. Meran liegt mit dem Auto 15, Bozen 30 Minuten entfernt – beide locken mit Kunst, Kultur und Shopping.

2009
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Das Gourmetrestaurant im Hotel Castel, die Trenkerstube, ist nach dem berühmten Südtiroler Bergfex Luis Trenker benannt. So verwundert es nicht, dass das Konterfei des im Grödnertal geborenen Bergsteigers von den Speisekarten des Restaurants die Gäste anlächelt. Wir wissen nicht, ob der für seine markigen Sprüche bekannte Trenker ein bekennender Gourmet war, doch wenn dies der Fall gewesen sein sollte, wäre er mit der heurigen Leistung von Gerhard Wieser und seinem Team wohl genau so zufrieden gewesen wie wir. Die Gourmet-Residenz setzt bewusst auf ausgefallene und edle Produkte, welche sie in handwerkliche Perfektion an den Mann bzw. an die Frau bringt: So begrüßte uns die Küche mit einer Tsarskaya Auster - einer in früheren Zeiten extra für den russischen Zaren gezüchteten Variante - in Passionsfrucht-Kaltschale. Weiter ging es mit einem lauwarmen Forellenfilet, zu dem ein Kräuterblütensalat serviert wurde, der von unterschiedlichen Aromen nur so sprühte. Dem Standort Südtirol huldigte Gerhard Wieser mit dem nächsten Gang Respekt: Deftige, aber nicht minder köstliche Schwarzbrot-Schlutzkrapfen, mit Graukäse gefüllt und auf Brennesselspinat serviert, verkürzten die nicht allzu lange Wartezeit auf das Zweierlei vom Reh: einerseits ein zarter, mit Holunderpfeffer gebratener Rücken, andererseits die geschmorte Stelze mit Kartoffelpüree und frischen Morcheln. Die flaumige Buchweizenschnitte, die mit Ziegenjoghurt, Waldmeistereis und Walderdbeerensekt serviert wurde, bestätigte den Eindruck: Im Dorf Tirol befindet sich mit Sicherheit eine der besten kulinarischen Adressen der gesamten Region.

Das Castel, am Ortseingang von Dorf Tirol gelegen, ist ein Ort zum tief Einatmen, Durchatmen und Aufatmen. Wer nicht wegen der ausgezeichneten Küche hierher kommt, der wird vor allem wegen der einmaligen Aussicht auf das Meraner Land und das Naturschutzgebiet des Texelgebirges begeistert sein. Die geräumigen und luxuriösen Zimmer des Hauses gehören zum Besten, was Südtirol seinen Gästen bieten kann, die Beauty-, Entspannungs-, Wellness, Spa- und Ayurveda-Einrichtungen suchen ihresgleichen - und dies nicht nur südlich des Brenners.

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Castel Familie Dobitsch

Gerhard Wieser ist ein Meister der feinen Töne und stimmigen Nuancen. Keines seiner Gericht ist überladen, wuchtig oder gar aufbegehrend. Dafür aber wird beim letzten Bissen eines jeden Ganges klar: Hier weiß jemand um die Kraft des Subtilen, der dramaturgischen Steigerung, der intensiven Nuance. Natürlich hat Wieser wie kaum ein anderer in Südtirol das Glück, dass er sich beim Einkauf der besten Rohstoffe bedienen darf – und das ist gut so. Mit diesen gelingen bei allen angebotenen Gerichten meisterliche Kompositionen. So kommen über einem Parfait von der Entenstopfleber gestockte Haselnussmilch und geraspelte, geröstete Haselnüsse zart zu liegen. Und im zweiten Akt der Gänseleber-Komposition bilden das kühle Apfelsorbet und die gewürzten Apfelperlen den gelungenen süßen Kontrapunkt. Großes – dank perfekter Technik und ausbalancierter geschmacklicher Tiefe – leistete Wieser mit den roten Garnelen mit Aioli-Sauce, Peperoni und Salami. Genialität blitzte bei der roh servierten, halbierten Garnele auf, die am heißen Stein langsam ihrer perfekten Konsistenz entgegengarte. Den Zwiebelrostbraten, eigentlich ein Gericht der gutbürgerlichen Küche, interpretiert Wieser radikal neu und in seiner Manier. Jedes Detail, jede kleine Zutat ist hier wohl überlegt und hinsichtlich Intensität kaum mehr zu überbieten. Das butterweiche Fleisch kündete von der Kunst der geduldigen Zubereitung. Auch die Desserts schienen uns wieder leicht und fein, was bei früheren Besuchen nicht immer so war. Es scheint, als sei Wieser am Zenit seiner Kochkunst angelangt, denn besser geht es wohl kaum mehr. Oder kann sich der zielstrebige Meister noch um ein Quäntchen steigern, so wie er es viele Jahre über bewiesen hat? Es würde uns nicht wundern.

Trenkerstube im Hotel Castel

Auch wenn das Luxushotel ein eklatantes Beispiel für „Alpenbarock" ist, bei dem so mancher Ästhet die Nase rümpft, werden die Gäste hier nach Strich und Faden verwöhnt. Das beginnt schon einmal grundsätzlich bei der außergewöhnlichen Lage und damit zusammenhängend unglaublichen Ausblicken, über Bar-Kultur, Restaurant bis hin zum spektakulären Spa – größtmöglicher Komfort. Das Personal – zweifellos das Kapital dieses Hauses – ist auffallend gut geschult. Frühstücksbuffet mit allen Schikanen.

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