In seiner gepflegten Konoba in der Altstadt machte Damir Beleti? vor einigen Jahren eine Zubereitungsart zum Kult, die von den Küstenbewohnern privat ganz selbstverständlich genossen, in Restaurants aber kaum angeboten wurde: Sashimi von Fischen und Krustentieren. Die Adresse wurde durch roh marinierte Adriabewohner, eine exklusive Champagner- und Weinauswahl sowie die Tatsache, dass Vor- und Zubereitung hier gekonnt am Gästetisch zelebriert werden, über die Grenzen hinaus bekannt. Mit einer Bellavista-Cuvée zum Einstieg prickelte die italienische Region Franciacorta in feinster Form am Gaumen und kontrastierte die Süße der obligaten roh marinierten Scampi perfekt. Zu der mit japanischem Messer flink am Tisch filetierten Seezunge in feinem Olivenöl, Zitronensaft und Meersalz servierte Damirs Tochter Mattea einen Pinot Grigio 2008 von Jermann, etwas knackigen Spargel und einen Klecks Polenta, die ihre Mutter Ornela in der Küche so cremig zubereitet, wie man sie in Istrien nirgendwo antrifft. Pikanz und Süße in einem lieferten dann die roh marinierten Jakobsmuscheln, gefolgt von einer wunderbaren Pasta mit Branzino und Spargel – das einzig gekochte Gericht in der Menüfolge. Ihre Überzeugung von der Qualität roh marinierter Meerestiere lebt die ganze Familie auch privat – selten käme etwas anderes auf den Tisch, berichtet Mattea, die nicht nur als Jungsommelière gut gefällt, sondern auch köstliche Desserts kreiert, wie etwa diese verführerische Trilogie: Kuchen von weißer Schokolade mit Olivenöl, dunkle Schokotarte mit Orangensaft und Blätterteiggebäck mit feiner Creme. Ein würdiger Abschluss für ein ganz besonderes Menü. Wichtig: Ohne Reservierung ist ein Essen nicht möglich, da Fisch & Co immer ganz frisch, genau auf den Bedarf hin eingekauft werden.
Damir e Ornella Fam. Beleti?
Als kulinarische Pioniere hatten Damir Beletic und seine Frau Ornella vor rund zehn Jahren die Idee, in ihrem kleinen Altstadt-Restaurant ausschließlich roh marinierten Adriafisch und ebensolches Krustengetier zu servieren. Fangfrisch, nur mit feinstem Olivenöl, etwas Zitrone sowie Salz und Pfeffer gewürzt. Als Hauptgang eine warme Pasta, zu allem Champagner oder ein Malvazija des lokalen Spitzenwinzers Coronica – und aus! Rasch hat sich das Restaurant zur Kultadresse für Liebhaber von Adria-Sashimi entwickelt und ein Platz lässt sich nur mit Reservierung ergattern. Das Weinangebot ist gereift, die Rohfischkreationen wurden durch feine, kleine Beilagen perfektioniert. Inzwischen führen auch Tochter Mattea und ihr Mann Peroša die flinke, scharfe Klinge beim Filetieren und Marinieren am Gästetisch. Serviert wird jeden Abend ein etwa fünfgängiges Menü, das immer mit roh marinierten Scampi startet, einer himmlischen Dessertkreation endet und nicht selten von saisonalem Trüffel gekrönt wird, den nicht jedes Gericht wirklich braucht, weil es auch ohne das Aroma der Edelknolle bereits perfekt ist. Zur Hauptspeise öffnete Damir bei unserem Besuch eine Flasche roten Ottocento 2007 von Clai, ein wertvoller, hochprozentiger Tropfen (15,2%), und servierte jedem seiner Gäste an den sieben Tischen ein Glas – man fühlt sich wie in einer großen Familie. Die hohe Zahl an gediegenen Stammgästen erfreute sich außerdem an herrlich frischem, roh mariniertem Seebarsch, der später in gekochter Form wunderbar zarte Gnocchi begleitete, Jakobsmuscheln vom Grill, deren Sud süchtig machen könnte, und einer köstlichen Kuchentrilogie. Neben Beständigkeit erlebt man an diesem außergewöhnlich glücklich machenden Ort aber auch immer wieder Überraschungen, wie etwa den abschließenden Gruß, bestehend aus etwas gebrochener Bitterschokolade und einem Glas fünfzehn Jahre gereiften kubanischen Rum „Ron Matusalem Gran Reserva“.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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